Klimawandel stoppen. Leben ändern.

meist donnerstags

*

Die E-Mail Adresse, die den Newsletter erhalten soll.

Klimawandel stoppen. Leben ändern.

Wie man wenig wollen kann

Wie groß dürfen die Dinge werden?   Foto: riotjane/flickr

Ein Teil der heutigen konsumorientierten Welt treibt uns, mehr zu wollen, mehr zu kaufen, impulsgesteuert zu handeln, Dinge zu horten, Trost und Behaglichkeit durch Kaufhandlungen zu schaffen, die Faszination des Reisen zu suchen, mehr zu tun, mehr zu sein – Geld auszugeben, um unsere Probleme zu lösen.

Was wäre, wenn wir uns von unserer Abhängigkeit mehr zu wollen und mehr zu kaufen befreien würden?

Stell dir ein Leben vor, in dem wir einfachen, frei verfügbaren Vergnügungen nachgehen würden – wie spazieren gehen, meditieren, ein Buch lesen, schreiben. Da wir weniger kaufen, hätten wir weniger Schulden, weniger Krempel, weniger, um das wir uns kümmern müssten. 

Hier geht es lang! Nettonull 2035!

Heute hat die Fridays for Future-Bewegung Ihre Forderungen öffentlich vorgestellt. Ein Plan für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, der mich erstmals seit Jahrzehnten zuversichtlich stimmt. 

Lasst uns der Jugend folgen! Das ist das Beste, was wir tun können.

Anbei die Forderungen im Wortlaut.

Wandel jetzt!      Foto: Paul Wetzel

Fridays For Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. 

Explizit fordern wir für Deutschland:

  • Nettonull* 2035 erreichen
     
  • Kohleausstieg bis 2030
     
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035
     
  • Entscheidend für die Einhaltung den 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren.

    Deshalb fordern wir bis Ende 2019:
     

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
     
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
     
  • Eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2

Hört auf mit Anreizen und setzt endlich Grenzen!

Ihr nervt! Schluss jetzt!    Foto: foulsterr/Unsplash

Ich kann das Gerede nicht mehr hören! Gebetsmühlenartig wiederholen Politikerinnen und Wirtschaftsfunktionäre, dass wir anstelle von Verboten »Anreize« schaffen sollten. Anreize für nachhaltige Verkehrslösungen, Anreize für eine umweltgerechte Landwirtschaft, Anreize für ressourcenarmes Wohnen. 

Die Wahrheit ist: Wir folgen den Anreizen nicht, wir machen einfach weiter wie gewohnt. Weil es bequemer ist und weil wir es gewohnt sind.

Wir brauchen das Ende der alten Strukturen. Das bedeutet, Zeitpunkte zu benennen, an denen wir gezwungen sind, die gewohnten Verwüstungen für immer zu beenden. 

Flugreisen

Die surreale Wirklichkeit der Easy-Welt   Foto: Nivenn/Unsplash

Ich verstehe mehrere Aspekte des Konzepts „Urlaub“ nicht, dazu gehört der Aspekt „Anreise per Flugzeug“.

Du entscheidest dich also, nach Fuerteventura zu fliegen, du stellst dich aus diesem Grund in eine sehr lange Schlange am Check-In in Hamburg, Berlin oder Düsseldorf, dann setzt du dich in einen Raum, der Raum heißt Flugzeug, du siehst dreieinhalb Stunden nur Weiß, dann landest du, und das draußen soll Fuerteventura sein.

Mir fehlt da einfach das Vertrauen.
Wer garantiert mir denn, dass ich nicht dreieinhalb Stunden an einen Ort geflogen bin, den sie als Fuerteventura aufgebaut haben?

Alles stehen und liegen lassen

Auch für ihn würde ich alles stehen und liegen lassen
Foto: vincentvanzalinge/Unsplash

Wie gelähmt sitze ich vor meinem Schreibtisch und bringe es nicht fertig, meiner Arbeit weiter nachzugehen. Der Zustand ist nicht neu, ich kenne ihn seit meiner Jugend. 

Es war dieser kleine Schwarm Kiebitze, der mir den Weg wies.
Jedes Jahr versammelten sie sich vor dem Fenster meines Jugendzimmers, sie waren in Gefahr. Die »Flurbereinigung« hatte meine Heimat ihrer Hecken, Knicke und Brüche beraubt, Strassen und das nahe Gewerbegebiet fraßen sich in die Wildkräuter-durchzogenen Felder und Wiesen, die unser Haus umgaben.
Ich konnte zusehen, wie der Schwarm von Jahr zu Jahr kleiner wurde – bis er schließlich verschwand.

Warum es uns schwer fällt, uns Zeit für das Alleinsein zu nehmen

Stille, Strasse, Schnee    Foto: jeremybishop/Unsplash

Wie oft nimmst du dir die Zeit, für einen stundenlangen Spaziergang? Um einfach draussen in der Natur zu sitzen und nichts zu tun, als nachzudenken und die Stille zu genießen?

Ich bin sicher, dass es einige unter euch gibt, die diesen Luxus regelmässig genießen, doch die meisten von uns nehmen sich keine Zeit für tägliche Einsamkeit.

Für einige ist es ein unerreichbarer Luxus: Der tägliche Überlebenskampf spielt sich zu nah am Überlebensmodus ab, um nur schon über eine Stunde allein in der Natur nachzudenken.

Die Freiheit zurückgewinnen

Wir Menschen sind süchtig nach Glücksmaschinen. 

Wie das funktioniert, und wie wir uns davor schützen können, erläutert Dr. Martina Aßmann am Beispiel unseres Umgangs mit dem Smartphone.

Rauschhaftes Belohnungssystem    Foto: rawpixel/Unsplash

Birgit Stratmann im Gespräch mit Dr. Martina Aßmann

Das Smartphone ist gerade mal zehn Jahre alt und hat unseren Alltag bereits grundlegend verändert. Wie wirkt sich diese Technologie auf unsere emotionale Befindlichkeit aus? Welche Veränderungen beobachten Sie als Psychotherapeutin?

Was mir vor allem auffällt ist: Menschen benutzen das Smartphone, um ihr Belohnungssystem zu aktivieren. Sobald ein Unbehagen aufkommt, z.B. wenn ein Moment der Langeweile oder der Missstimmung entsteht, greifen wir danach. Das können wir rund um uns herum ständig beobachten, etwa wenn wir Bahn fahren. Die Menschen sind die meiste Zeit mit ihrem Smartphone beschäftigt. Sie suchen die Ablenkung.