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Welche Dinge braucht der Mensch?

Flüchtige Begegnung

Flüchtige Begegnung       Foto © la.Gabrie/photocase

Seit Jahren schon versuche ich, alles Unnötige aus meinem Leben zu entfernen – so auch in diesem Jahr.
Tja, ich weiß schon: Jetzt werden Sie das lesen und denken, dass ich mich jeder Freude in meinem Leben beraube – aber das ist nicht wahr.
Also, ich werde Ihnen das erklären.

Die erste Frage bei diesem Vorhaben lautet natürlich: Was bedeutet "unnötig"? Dafür müssen wir zunächst untersuchen, welche Dinge notwendig sind ... und die erste Frage bei dieser Untersuchung lautet: "Notwendig wofür?" – Was ist das wahre Ziel? Meine Antwort, die sich von denen anderer Menschen unterscheidet, lautet: "Notwendig für ein glückliches Leben".

Diese Definition umfaßt also einige Dinge jenseits der Grundbedürfnisse Kleidung, Wohnung und Nahrung.
So brauche ich zum Beispiel für das reine Überleben keine gute Beziehung zu meiner Frau, aber doch ist sie notwendig für mich, um im Leben glücklich zu sein (habe ich herausgefunden).
Dasselbe gilt für meine Kinder. Um glücklich zu sein, muß ich eine gute Beziehung zu Ihnen haben, sie glücklich wissen und Zeit mit ihnen verbringen.
Aber das bedeutet nicht, daß alles, was ich mit ihnen unternehme, als notwendig angesehen werden kann. Ich kann mit meinen Kindern glücklich sein, wenn ich mit ihnen einfach in einen öffentlichen Park gehe – ich muß ihnen nicht andauernd etwas kaufen oder zur Unterhaltung teure Dinge unternehmen (wie Kino, Shopping oder Freizeitparks).
Ähnlich ist es mit dem Essen: Wir müssen essen, aber wir müssen kein Junkfood essen. Nun ja, sie könnten nun erwidern, dass Süßigkeiten oder Pommes Sie glücklich machen. Genau das führt uns zum Kern dieser ganzen Übung: Braucht man wirklich etwas, um glücklich zu sein? Und mehr noch, braucht man es jeden Tag oder kann es ein gelegentlicher besonderer Genuß sein?

Kaffee und Schokolade sind zwei Beispiele aus jüngerer Zeit. Ich liebe beide, und zwar sehr. Aber ich bin süchtig nach ihnen (aufgrund des Koffeins), und das hat zur Folge, daß ich sie öfter möchte, als ich sie wirklich brauche, um glücklich zu sein.
Deshalb versuche ich, sie wegzulassen, wenigstens im Moment. Ich denke, später einmal, wenn ich die Gewohnheit losgeworden bin, kann ich mir diese Dinge ab und zu als etwas Besonderes gönnen, ohne süchtig nach ihnen zu werden.

Andere Dinge, die ich weglassen kann (außer als besonderes Vergnügen):
• Ins Kino gehen (ich tue das nur noch selten)
• Süßigkeiten, wie Teilchen oder Kuchen oder Bonbons (jetzt seltener, aber immer noch eine Hauptversuchung)
• Spielzeug (... und Spielereien, die viel Spaß machen, aber nicht nötig sind – wie ein MP3-Player)
• neue Bücher (ich versuche neuerdings, sie gebraucht zu kaufen oder zu tauschen)
• Essen gehen (ich habe versucht, das weniger zu tun, aber erliege immer noch häufiger der Versuchung als ich sollte)

Und ein paar Dinge, über die ich noch nachdenken muß:
• Kabelfernsehen (ich habe das an meinem Arbeitsplatz – es ist schön, es zuhause zu haben, aber ich bin sicher, daß es nicht nötig ist)
• Handy (ich benutze es nicht sehr oft - es ist bequem, aber es kommt selten vor, daß ich es wirklich brauche)

Alles in allem habe ich schon eine Menge weggelassen, und es geht mir sehr gut mit der Einfachheit, die ich bisher erreicht habe. Es gibt noch eine Menge mehr zu tun – aber ich genieße den Prozess, nicht das Ergebnis.

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website zenhabits.net unter dem Titel »What is truly necessary?« veröffentlicht. Sein täglicher (englischsprachiger) Newsletter bietet eine Vielzahl von wertvollen Anregungen. Übersetzung: Dirk Henn.