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Gut

Wann uns das Glück zufällt

Lohn der guten Taten: Das Goldmarie-Prinzip

Der griechische Philosoph Aristotels entwirft in seiner Tugendethik keine Regeln, was zu tun und zu lassen wäre. Vielmehr geht es ihm um die Haltungen, die dem Handeln zugrunde liegen. Sind diese tugendhaft und vernünftig, stellt sich Glück von allein ein. Der Philosoph Andreas Luckner über eine Ethik, die die Lebensklugkeit in den Mittelpunkt stellt.

Statue am Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner   Foto: Celsius/wikivoyage

„Es gibt nichts Gutes außer man tut es“ – dieser knackige Spruch stammt zwar von Erich Kästner, er ließe sich aber zwanglos auch als Motto der Ethik des Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) überschreiben.

Nicht die Idee des Guten überhaupt hat den jahrzehntelangen Schüler Platons vornehmlich interessiert, sondern „das für den Menschen Gute“. Man könnte dies als das bezeichnen, was in den alltäglichen Situationen hier und jetzt für uns erreichbar ist, eine Sache, die gerade heute bekanntlich hoch im Kurs steht.

Nimm das Gute in dich auf

Konzentriert dein Gehirn sich auf das Negative?

Dirk Henn Do., 14.03.2013 - 23:05

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unser Gehirn von Natur aus eine Vorliebe für das Negative hat. Mit anderen Worten, während wir uns im Verlauf von Millionen Jahren in der Evolution entwickelten und dabei versuchten, Stöcken auszuweichen und Karotten zu bekommen, war es viel wichtiger, die Stöcke zu bemerken, darauf zu reagieren und sich an sie zu erinnern, als auf die Karotten zu reagieren.

Die Vorliebe für das Negative zeigt sich in vielen Formen

Studien haben zum Beispiel Folgendes herausgefunden:

• Das Gehirn reagiert im Allgemeinen stärker auf einen negativen Stimulus als auf einen gleichermaßen intensiven positiven Stimulus.

• Tiere – wir eingeschlossen – lernen typischerweise mehr aus Schmerz als aus Freude. Wenn du dich einmal verbrannt hast, bist du doppelt vorsichtig.

• Schmerzvolle Erfahrungen werden viel leichter erinnert als erfreuliche.

• Menschen werden viel härter arbeiten, um zu vermeiden, dass sie etwas verlieren, als dafür zu arbeiten, die gleiche Sache zu bekommen.

• In einer Beziehung braucht es im Allgemeinen fünf positive Interaktionen, um eine negative Interaktion auszugleichen.

Erkenne die Leistungen deiner Vorfahren an.

Wir sollten die Leistungen der Vergangenheit nicht ignorieren. Es ist zu einem der größten Probleme der Welt geworden, dass der Erfindungsreichtum des Menschen – den wir grundlegende Gutheit nennen – nicht respektiert wird. Wie auch immer: Wir müssen die Verbindung zwischen Tradition und heutiger Erfahrung wieder finden. „Jetztheit“, die Magie des gegenwärtigen Moments, ist es, die die Weisheit der Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Wenn du ein Gemälde auf dich wirken lässt, ein Musikstück, ein literarisches Werk, egal wann es entstanden ist, dann erlebst du es jetzt.

Alles gründet im Guten

Das fundamental Gute ist bedingungslos. Es ist bereits da, so wie Himmel und Erde schon da sind. Stell dir vor, du sitzt nackt auf dem Boden, dein nackter Hintern berührt die Erde. Du bist oben dem Himmel und unten der Erde ausgesetzt, eingebunden zwischen Himmel und Erde. Du kannst die Atmosphäre nicht ablehnen, die Sonne und den Mond, Bürgersteige und Wolkenkratzer, die Landschaft oder das Meer. So grundlegend ist das Gute, so bedingungslos. Es geht nicht um „Gut“ gegen „Böse“, Gutheit ist nicht für oder gegen etwas, genauso wenig wie das Sonnenlicht für oder gegen etwas ist.