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Die Dinge

Die Jahreszeit des Krempels

Reich beschenkt       Foto © trepavica/photocase

In diesen Tagen beginnt ganz offiziell die Saison der Dinge. Während dieser Zeit des Jahres werden wir unaufhörlich ermuntert, mehr Dinge zu kaufen, mehr Zeugs für die zu kaufen, die wir „lieben“ und dankbar für den Krempel zu sein, den wir haben und noch dazubekommen.

All diese Dinge erzeugen einen Materialberg, der dann auch wieder weggeworfen oder recycelt werden muss.

Wie man wenig wollen kann

Wenn man sich entscheidet, ein einfacheres Leben zu führen, gibt es zwei Herausforderungen: Wenig zu besitzen und wenig zu wollen. Dennoch verschmelzen die meisten Menschen diese beiden Herausforderungen in das einzige Ziel, „einfacher zu leben“. Leider sind das zwei ganz unterschiedliche Biester, die man nur jeweils in der ihnen eigenen Art zähmen kann.

Die wahren Kosten der Dinge

Oftmals versuchen wir, weniger zu kaufen, weil wir einfach und maßvoll leben und Geld sparen wollen. Und da bin ich ganz und gar dafür.

Doch es gibt eine Menge mehr Gründe, wenig zu kaufen. Sehr viel mehr.

Die Kosten, die der Kauf eines Dings verursacht, kratzen nur an der Oberfläche. Wenn wir etwas kaufen, tragen wir es in unsere Wohnungen, in unsere Leben und wir lassen uns auf das Leben eines neuen Dings ein.

Das Leben eines Dings? Jetzt bist du aber verrückt geworden, Leo!

Von unserer Lust auf die Dinge

Im Ding drin       Foto © kallejipp/photocase

Wir alle haben Begierden und Sehnsüchte – das ist Teil des Menschseins.

Wir wollen geliebt werden, Freunde haben, Freude erfahren, uns sicher fühlen.

Doch unsere Lust nach Dingen ist nicht so natürlich, wie uns oft glauben gemacht wird.
Klar, uns gelüstet es nach allem Möglichen: Schönen Autos, schönen Klamotten, schönen Häusern, coolen Computern und IPhones, wunderschönen Möbeln und Notebooks, Schuhen, Schmuck, Taschen, Fahrrädern…

Reduziere deinen CO2-Fußabdruck

Leo will’s wissen: Der extreme und unvermeidliche Weg in eine nachhaltige Lebensweise

© beck

Minimalismus ist ein großartiger Weg, viel leichteren Fußes auf dieser Erde zu wandeln. Weniger zu verbrauchen ist viel wichtiger, als ökologisch korrekt einzukaufen – obschon ich euch ermuntere, beides zu tun.

Also, lass uns gleich zu den Tipps kommen:

1. Iss weniger. Ich habe erst neulich darüber geschrieben. Weniger Konsum von Lebensmitteln bedeutet weniger Ressourcenverbrauch und weniger Umweltbelastungen, die durch die Herstellung und den Transport der Lebensmittel verursacht werden.

Eine Tasse, ein Leben lang

Kawagishi-sensei mit seiner Tasse     Foto © Sean Sakamoto

Kawagishi-sensei ist Zen-Mönch und er ist Lehrer an der Sekundarschule an der ich arbeite. Er unterrichtet Kalligrafie, eine der traditionellen Künste Japans. (Es gibt bei uns eine Menge Zusatzangebote, an denen sich die Schülerinnen und Schüler beteiligen können, ähnlich wie an US-amerikanischen High Schools.)

In Kalligrafie üben die Schüler die Kunst, japanische Kanji-Schriftzeichen zu malen – die chinesischen Buchstaben, die einen Teil der geschriebenen Sprache ausmachen. Kalligrafie hat in Japan eine lange Tradition und die Schriftzeichen sehen, selbst für meinen ungeübten Blick, wunderbar aus.

Kawagishi-sensei lehrt Kalligrafie seit mehr als 30 Jahren. Mein Japanisch ist nicht gut genug, um viel mit ihm zu sprechen, aber doch versuchen wir jede Woche miteinander zu plaudern. Mir fiel auf, dass er seinen Tee dabei immer aus einer speziellen Tasse trinkt, die auf seinem Tisch steht.

Von der Wertlosigkeit der Dinge

Das Ende der Reise     Foto © Tal Bright/flickr

Ich habe zu viel Zeug. Den meisten Menschen in Amerika geht es so. Und je ärmer Menschen sind, desto mehr Zeugs scheinen sie zu horten. Kaum jemand ist so arm, dass er sich nicht einen Vorgarten voller alter Autos leisten kann.

Das war nicht immer so. Die Dinge waren rar und wertvoll. Du findest noch immer Beweise dafür, wenn du danach Ausschau hältst. Zum Beispiel haben in meinem Haus in Cambridge, das 1876 erbaut wurde, die Schlafzimmer keine Kleiderschränke. Zu jener Zeit passte die Kleidung der Menschen in eine Kommode.

Aus der Fülle des Lebens schöpfen

Weniger ist mehr     Foto © tigerente/photocase

Seit mehr als fünf Jahren arbeite ich nun schon daran, mein Leben zu vereinfachen; und während ich die sublimen Freuden eines einfachen Lebens entdeckt habe, ist mir klar geworden, dass die meisten Menschen es nicht kapieren.

"Wieso sollte ich WENIGER wollen?" fragen sie sich selbst. "Weniger ist weniger Spaß, härter, so mönchsartig, langweilig."

Die einfache Antwort: Weil das Leben so viel besser sein kann mit weniger.

Das ist kaum zu glauben, wenn du es nicht selbst ausprobiert hast, aber heute bin ich glücklicher denn je.

Von der Sehnsucht in die Mangel genommen

Am Fluchtpunkt       Foto © yeah.yeah/photocase

Wenn ich einen Mangel empfinde (und es gibt im Leben eine Menge Gründe, wegen derer man Mangel verspüren kann!) steigt sie in mir auf: Diese Lust, etwas zu haben, etwas zu bekommen.

Während ich auf unserem Weinberg mit dem Hund durch die Abenddämmerung gehe, leuchtet mir das rote Neonlicht des Media Marktes entgegen. Es gibt mir einen heißen Stich und meine Lust auf kleine unterhaltsame elektronische Freunde ist in mir entfacht – iPhones, iPods, Laptops, es gibt so köstliche elektronische Freuden.

Liebe das Leben, nicht den Krempel

Wenn die Dinge zu groß werden       Foto © riot jane/flickr

Wir sind scharf auf Dinge – sie zu kaufen, sie zu erwerben, sie zu besitzen, sie zu sammeln.

Laßt uns doch lieber das Leben lieben.

Unsere Fixiertheit auf Dinge ist ungesund geworden. Wenn wir in unserem Leben Leere verspüren, kaufen wir Dinge. Wenn wir Schwierigkeiten haben, kaufen wir Dinge. Und diese Dinge sind immer teurer geworden, größer, glanzvoller ... maßloser.
Diese Materialbessenheit führt dazu, dass wir eine Menge besitzen, unsere Dingwelten entwickeln sich zu einem wahren Wirrwarr ... und doch verleiht dieses Zeugs unseren Leben keine Bedeutung.

Standardeinstellungen moderner Lebenswelten

Segen der Elektrizität       Foto © riot jane/flickr

“Standardeinstellungen” bezeichnen in der Informatik die grundlegende Art, in der ein Computersystem eingerichtet wurde. Sie gelten, solange man sich nicht entscheidet, spezifische Veränderungen vorzunehmen. Übertragen auf unsere täglichen Leben könnte man sagen, dass fließendes Wasser, Toiletten mit Wasserspülung, elektrisches Licht, Gasherde und Telefone allesamt Teil unserer eigenen Standardeinstellungen sind.

Der erste Schritt zur Vereinfachung

Wie man das Wesentliche identifizieren kann, ohne dabei der Leere anheim zu fallen

Die Spreu vom Weizen trennen       Foto © eris23/photocase

Wir sprechen hier oft über das Vereinfachen, vom Entrümpeln unserer Dingwelten bis hin zur Vereinfachung der Aufgaben, die darauf warten, erledigt zu werden. Doch neulich schrieb ein Leser, sein Problem sei, dass er gar nicht weiß was er mit sich selbst anfangen soll, nachdem er zum Beispiel Fernsehen und andere Zeitverschwender aus seinem Leben entfernt hat.

Die einfache Antwort: Tu, was du liebst.
Sein Kommentar illustriert, wenngleich nachvollziehbar, eine weitverbreitete Fehldeutung von Vereinfachung.

Welche Dinge braucht der Mensch?

Flüchtige Begegnung       Foto © la.Gabrie/photocase

Seit Jahren schon versuche ich, alles Unnötige aus meinem Leben zu entfernen – so auch in diesem Jahr.
Tja, ich weiß schon: Jetzt werden Sie das lesen und denken, dass ich mich jeder Freude in meinem Leben beraube – aber das ist nicht wahr.
Also, ich werde Ihnen das erklären.

Die erste Frage bei diesem Vorhaben lautet natürlich: Was bedeutet "unnötig"? Dafür müssen wir zunächst untersuchen, welche Dinge notwendig sind ... und die erste Frage bei dieser Untersuchung lautet: "Notwendig wofür?" – Was ist das wahre Ziel? Meine Antwort, die sich von denen anderer Menschen unterscheidet, lautet: "Notwendig für ein glückliches Leben".