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Unsicherheit

Alles stehen und liegen lassen

Auch für ihn würde ich alles stehen und liegen lassen
Foto: vincentvanzalinge/Unsplash

Wie gelähmt sitze ich vor meinem Schreibtisch und bringe es nicht fertig, meiner Arbeit weiter nachzugehen. Der Zustand ist nicht neu, ich kenne ihn seit meiner Jugend. 

Es war dieser kleine Schwarm Kiebitze, der mir den Weg wies.
Jedes Jahr versammelten sie sich vor dem Fenster meines Jugendzimmers, sie waren in Gefahr. Die »Flurbereinigung« hatte meine Heimat ihrer Hecken, Knicke und Brüche beraubt, Strassen und das nahe Gewerbegebiet fraßen sich in die Wildkräuter-durchzogenen Felder und Wiesen, die unser Haus umgaben.
Ich konnte zusehen, wie der Schwarm von Jahr zu Jahr kleiner wurde – bis er schließlich verschwand.

Warum es uns schwer fällt, uns Zeit für das Alleinsein zu nehmen

Stille, Strasse, Schnee    Foto: jeremybishop/Unsplash

Wie oft nimmst du dir die Zeit, für einen stundenlangen Spaziergang? Um einfach draussen in der Natur zu sitzen und nichts zu tun, als nachzudenken und die Stille zu genießen?

Ich bin sicher, dass es einige unter euch gibt, die diesen Luxus regelmässig genießen, doch die meisten von uns nehmen sich keine Zeit für tägliche Einsamkeit.

Für einige ist es ein unerreichbarer Luxus: Der tägliche Überlebenskampf spielt sich zu nah am Überlebensmodus ab, um nur schon über eine Stunde allein in der Natur nachzudenken.

Angstfreude

Im freien Fall       Foto © Adrenalinerzeuger/photocase

Als Cloe – meine erste Tochter – geboren wurde, war ich von einer überwältigenden Freude erfüllt, sie war ein lebendes Wunder! Zugleich war ich von einer Mark und Bein erschütternden Angst eingenommen — hier war ein zerbrechliches neues Leben, meinen unkompetenten Händen anvertraut. Diese Mischung zweier so starker Gefühle war überwältigend.

Ich nenne es Angstfreude. Es stellte sich heraus, dass ich bei der Geburt eines jeden meiner Kinder von Angstfreude erfüllt war. Und es stellt sich heraus, dass jeder einzelne der entscheidenden Momente meines Lebens von Angstfreude begleitet war, einer Mischung aus intensiver Freude und intensiver Angst als Ausdruck eines intensiven Gefühls, erhebend und klärend zugleich.

Geh über die Angst hinaus

Wenn du deine Angst untersuchst, wenn du hinter die Fassade deiner Nervosität schaust, findest du Traurigkeit. Die Nervosität rührt dauernd etwas auf, ist ein einziges Beben. Wenn du das Tempo rausnimmst, wenn du deine Angst in Ruhe lässt, ist die Traurigkeit still und sanft. Der Shambhala-Tradition zufolge entdecken wir Furchtlosigkeit, wenn wir mit der Weichheit des menschlichen Herzens arbeiten.