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Das Geheimnis, mit dem du alles verändern kannst

Aufbruch

Aufbruch       Foto © willma.../photocase

Ich habe im Laufe der Jahre einiges darüber gelernt, wie wir Gewohnheiten verändern können, und ich habe Tausenden Menschen gelehrt, wie es geht. Am Schwierigsten zu verändern sind die Gewohnheiten, die wir scheinbar nicht unter Kontrolle haben. Wir wollen uns verändern, können aber scheinbar nicht die dafür nötige „Willenskraft“ (ein Begriff, an den ich nicht glaube) aufbringen.
Für mich waren Gewohnheiten, die außer Kontrolle zu sein schienen: rauchen, Fast Food essen, zu viel essen, wenn ich mit anderen zusammen war, Dinge aufschieben, Wut, zu viel Geduld, negative Gedanken.

Ich habe jedoch ein kleines Geheimnis gelernt, durch das ich das alles verändern konnte:

Wenn du dir dessen bewusst bist, kannst du es verändern.

Ok, verdreh bitte nicht gleich die Augen und hör nicht sofort auf zu lesen. Dieses Geheimnis scheint für manche offensichtlich oder zu einfach zu sein. Lass uns also etwas tiefer schauen.

Wenn wir den Drang spüren, etwas zu essen, von dem wir wissen, dass es nicht gut für uns ist, geben wir oft auf. Aber ist es wirklich so einfach? In Wahrheit findet unser Verstand vielmehr eine rationale Erklärung dafür, warum wir dieses Stück Kuchen essen sollten, warum es zu schwer ist, dem zu widerstehen, warum es gar nicht so schlimm ist, wenn wir es essen. Der Verstand fragt uns, warum wir uns diesen Schmerz antun wollen, warum wir uns nicht einfach leben lassen können und warum wir diese Belohnung denn nicht verdienen?

Normalerweise geschieht all das, ohne das wir es wahrnehmen. Es ist leise, im Hintergrund unseres Bewusstseins, aber es ist da. Und es ist unglaublich kraftvoll. Es ist sogar noch mächtiger, wenn wir uns nicht bewusst sind, dass es geschieht.

Jedes Mal verlieren wir – nicht nur, wenn es ums Essen geht, sondern immer, wenn wir etwas beginnen, aber dann damit aufhören, oder wenn wir uns zurückziehen, und das trotz unserer besten Absichten.

Wie können wir diese starke Macht besiegen – unseren eigenen Verstand?

Gewahrsein ist der Schlüssel. Das ist der Anfang.

1. Beginne damit, bewusster zu werden. Werde ein Beobachter. Höre auf deine inneren Selbstgespräche, beobachte, was den Verstand macht. Sei aufmerksam. Es passiert andauernd. Meditation hilft dabei. Auch vom Laufen habe ich gelernt – nicht indem ich einen iPod mitgenommen habe, sondern in Stille gelaufen bin, und nichts weiter zu tun hatte, als die Natur zu betrachten und meinem eigenen Verstand zuzuhören.

2. Handle nicht. Dein Verstand wird dich dazu drängen, diesen Kuchen zu essen („Nur ein kleines Stück!“) oder diese Zigarette zu rauchen oder mit dem Laufen aufzuhören oder etwas aufzuschieben. Höre, was dein Verstand sagt, aber handle nicht nach diesen Anweisungen. Sitz einfach (mental) still und beobachte und höre zu.

3. Lass es vorüberziehen. Der Drang, zu rauchen, zu essen, etwas aufzuschieben oder mit dem Laufen aufzuhören … wird vorübergehen. Er ist vergänglich. Normalerweise bleibt er nur für eine Minute oder zwei Minuten. Atme, und lass ihn vorüberziehen.

4. Besiege die rationalen Argumente. Du kannst aktiv mit deinem Verstand diskutieren. Wenn er sagt, „Ein kleines Stück wird nicht schaden!“, dann solltest du auf denen Bauch zeigen und sagen, „Ja, das ist genau das, was du bei den letzten Malen auch gesagt hast, und nun bin ich dick!“ Wenn er sagt, „Warum setzt du dich solch einem Schmerz aus?“, dann solltest du sagen, „Es ist schmerzhaft, ungesund zu sein, und es ist nur schmerzvoll den Kuchen nicht zu essen, wenn du es als ein Opfer siehst – stattdessen kann es eine Freude sein, gesunde und schmackhafte Speisen zu essen und Sport zu treiben!“

Es gibt viele Momente, wenn die „Willenskraft“ nicht ausreicht. In diesen Momenten müssen wir unser Gewahrsein auf unseren Verstand richten.

Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir es verändern. Das ist das kleine Geheimnis, aber es kann dein Leben verändern. Es hat mein Leben verändert, weil ich nun alles verändern kann. Ich beobachte, warte und bin stärker als mein Verstand. Du kannst das auch.

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website zenhabits.net unter dem Titel The Secret Rule of Changing Anything veröffentlicht. Sein täglicher (englischsprachiger) Newsletter bietet eine Vielzahl von wertvollen Anregungen.