Hindernisse
Die Energie der Wut nutzen
Wut ist anstrengend und macht müde. Wenn wir diesem Gefühl nachgehen, dann investieren wir eine Menge Lebensenergie, die wir für andere Dinge nicht mehr zur Verfügung haben. Was uns außerdem Kraft für das Aufwachen raubt und wie wir damit umgehen können...
Wutenergie Foto © inkje/photocase
Seien wir ehrlich: Die meiste Zeit sind wir einfach nicht aufmerksam. Wir verlieren uns in fast allem, was wir tun, und in jeder Identität, die wir annehmen. Die meisten unserer Gedanken und Handlungen entstehen voraussagbar und mechanisch aus unserer Konditionierung. Nur selten wissen wir, wer wir wirklich sind, jenseits eines engen und befangenen Selbstgefühls. Eine der wichtigsten Einsichten in der Meditationspraxis besteht in der Erkenntnis, in welchem Ausmaß wir im Schlaf leben.
Tun, was getan werden muss
Klar durchs Kuddelmuddel Foto © Mr. Nico/photocase
Tag für Tag gibt es mehr zu tun, als uns unsere Zeit oder unsere Ressourcen erlauben. Es ist nicht möglich all das zu vollenden, das zu tun wäre. Starte mit diesem Wissen. Es ist beides – eine Quelle der Frustration und der Freude.
Viele Aufgaben scheinen leicht und angenehm zu sein, andere sind anstrengend und entmutigend. Nimm es wie es kommt. Mal wirst du dich überwältigt fühlen, dann wieder bist du verwirrt über die Frage, wo du anfangen sollst. An manchen Tag bist du klar und inspiriert, in dir selbst ruhend. Andere Morgende bringen dir nichts als Nebel.
Vom Stein zur Wolke
Wolkenbild
Ich hatte vor Kurzem ein Aha-Erlebnis: Ich fühlte mich gestresst wegen all der Dinge, die ich noch erledigen musste (du kennst bestimmt dieses Gefühl). Dieses Gestresstsein dauerte eine ganze Weile, aber dann trat ich einen Schritt zurück und beobachtete meinen Verstand und konnte sehen, dass ich all diese Aufgaben als Dinge sah – wie große Steine, die einen Berg hinunterrollten, genau auf mich zu, und ich musste mit ihnen umgehen, sie heben, woanders hinbewegen, einige von ihnen einzäunen oder in kleine Stücke brechen. Sobald ich mit einem dieser Brocken klargekommen war, rollte auch schon der nächste auf mich zu. Das erinnert verdächtig an Sisyphos.
Kein Wunder, das sich diese Tätigkeiten so schwer, erdrückend und wie eine Last anfühlten. Uch! Aber dann erkannte ich, dass die Aufgaben, die ich zu erledigen hatte, eher Wolken glichen als Dingen. Wolken bestehen aus vielen kleinen dampfartigen Teilen, die aus einer ganzen Reihe von veränderlichen Ursachen für eine gewisse Zeit zusammenkommen, und dann wirbeln sie weiter. Und die Ränder oder Grenzen der Wolke verschwimmen mit anderen Wolken oder dem Himmel selbst. Wolken haben eine gewisse Substanzlosigkeit, eine Flüchtigkeit und Weichheit, sie geben nach.
Von der Bedeutung der Traurigkeit
Man kann die Welt nicht verändern, indem man mutig, entschlossen oder brillant ist, und nicht einmal, indem man Mitgefühl hat. Nur mal angenommen, es ginge im Wesentlichen darum, traurig zu sein? Was hältst du davon?
Das klingt erst mal völlig daneben, nicht wahr?
Angstfreude
Im freien Fall Foto © Adrenalinerzeuger/photocase
Als Cloe – meine erste Tochter – geboren wurde, war ich von einer überwältigenden Freude erfüllt, sie war ein lebendes Wunder! Zugleich war ich von einer Mark und Bein erschütternden Angst eingenommen — hier war ein zerbrechliches neues Leben, meinen unkompetenten Händen anvertraut. Diese Mischung zweier so starker Gefühle war überwältigend.
Ich nenne es Angstfreude. Es stellte sich heraus, dass ich bei der Geburt eines jeden meiner Kinder von Angstfreude erfüllt war. Und es stellt sich heraus, dass jeder einzelne der entscheidenden Momente meines Lebens von Angstfreude begleitet war, einer Mischung aus intensiver Freude und intensiver Angst als Ausdruck eines intensiven Gefühls, erhebend und klärend zugleich.
Um Himmel und Erde zu vereinen, musst du den Egoismus überwinden.
Um eine Vision ins Praktische umzusetzen, brauchst du Zuversicht und Selbstvertrauen. Darüber hinaus darfst du aber auch nicht egoistisch sein. Wenn jemand denkt: „Jetzt habe ich´s! Ha ha!“ – das funktioniert nicht. Himmel und Erde zu vereinen gelingt nur, wenn du deine egoistische Einstellung überwindest. Der Meister-Krieger ist extrem demütig.
Digitale Kompetenz
Überlebensstrategien im Zeitalter der Bits und Bites
Kommunikation analog Foto © luxuz::./photocase
Informationsstress ist ein wichtiges Thema, wichtiger als je zuvor – die Bits haben Einzug in unser Leben gehalten. Vor zehn Jahren hat es die US-Bürger vielleicht beunruhigt, wenn sich bei ihnen zuhause Berge von Zeitschriften und Zeitungen auftürmten. Doch heute, da sich in allen Bereichen unseres Lebens die Bits ausbreiten, wird aus der Beunruhigung Angst. E-Mails, Webseiten, Newsletter, Chatrooms, E-Mails, SMS und noch mehr E-Mails – all diese Ströme von Bits können uns aus dem, was wir gerade tun, herausreißen und auf Trab halten – überall und immer.
Angst hält uns davon ab, in Einfachheit zu leben
Die kleinen Dinge des Lebens Foto © jöni/photocase
Warum behalten wir Dinge, obwohl wir sie nicht brauchen oder benutzen? Weil wir Angst haben, dass wir sie doch noch brauchen werden. Angst davor, was passieren würde, wenn wir uns von ihnen trennen.
Jahrelang hatte ich ein Auto, für Notsituationen und weil es mich beunruhigte, möglicherweise Dinge nicht tun zu können, die ich tun wollte oder musste. Dann entdeckte ich, dass ich alles, was ich tun will, auch ohne Auto tun kann – und mehr noch. Und dass die "112" in wirklichen Notfällen besser ist.
Wie es weitergeht
Und was, wenn unsere Angst zu groß wird? Wenn wir nicht mehr sehen, wie es im Guten weitergehen kann. Wenn wir keinen Weg, schon gar keinen Ausweg mehr vor uns sehen. Verloren im Hochnebel unserer Befürchtungen. Was dann?
Normalerweise baue ich mir dann Wege. Sage mir, dass es so oder so weitergehen soll. Doch oft funktioniert auch das nicht mehr. Das trägt dann nicht mehr.
Das mag auf der Arbeit sein, in meinem eingeschliffenen Alltag oder im Leben mit Menschen, die mich schon seit einiger Zeit begleiten. Oftmals befällt mich dann eine Müdigkeit, eine Lähmung, hinter der sich Angst verbirgt.
Wie aber finden wir dann ins Handeln?
Geh über die Angst hinaus
Wenn du deine Angst untersuchst, wenn du hinter die Fassade deiner Nervosität schaust, findest du Traurigkeit. Die Nervosität rührt dauernd etwas auf, ist ein einziges Beben. Wenn du das Tempo rausnimmst, wenn du deine Angst in Ruhe lässt, ist die Traurigkeit still und sanft. Der Shambhala-Tradition zufolge entdecken wir Furchtlosigkeit, wenn wir mit der Weichheit des menschlichen Herzens arbeiten.




