Jetzt!
Lebendige Erfahrbarkeit
Briefwelten
Ich habe einen Brief bekommen.
Vor einigen Jahren noch hätte ich wohl kaum darüber geschrieben. Doch mittlerweile ist das etwas Besonderes, etwas Seltenes – und etwas sehr Schönes.
Er ist etwas Wirkliches. Er ist da. So wie das Messer, das neben meinem Frühstücksbrettchen liegt; wie der Schuh, dessen lange Schnürsenkel sich neben der Eingangstür durch den zotteligen Teppich winden; wie die erste Morgenluft, die mir beim Öffnen der Terrassentür entgegenweht; wie der Mondschein, der mich durch das Küchenfenster auf meinem Weg ins Bett begleitet.
Am besten keine Ziele
Die Idee konkreter, erreichbarer Ziele scheint in unserer Kultur tief verwurzelt zu sein. Ich weiß, ich habe viele Jahre zielorientiert gelebt, und tatsächlich geht es in einem großen Teil meiner Texte darum, wie man sich Ziele setzen kann und wie man sie erreicht.
Nun jedoch lebe ich zumeist ohne Ziele. Es ist absolut befreiend und im Gegensatz zu dem, was man dir vielleicht beigebracht hat, heißt das überhaupt nicht, dass du aufhörst, etwas zu leisten oder zu erreichen.
Es bedeutet, dass du damit aufhörst, dich von Zielen begrenzen zu lassen.
Nimm zum Beispiel diesen weit verbreiteten Glaubenssatz: "Du kommst nie irgendwo an, wenn dir nicht klar ist, wohin du gehst." Das scheint sehr dem gesunden Menschenverstand zu entsprechen, und doch ist es offensichtlich nicht wahr – es wird sichtbar, wenn du für einen Moment innehältst, um darüber nachzudenken.
Mach ein einfaches Experiment: Geh nach draußen, laufe in eine beliebige Richtung und nimm dir die Freiheit, willkürlich die Richtung zu ändern. Nach 20 Minuten oder einer Stunde ... wirst du irgendwo sein! Du hast bloß nicht gewusst, dass du dort landen würdest.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Montagabend in Freiburg Foto © agfreiburg/photocase
Mich beschäftigt sehr die ungeheure Katastrophe, die seit dem Wochenende in Japan wütet. Daher meine Bitte: Geh am nächsten Montag auf eine der Mahnwachen gegen Atomanlagen! Auch in deiner Nähe wird es eine geben.
Derzeit gibt es einen kleinen Spielraum, ähnliche Katastrophen in unserem Land dauerhaft zu verhindern. Es ist denkbar, dass wir, wie schon lange von vielen angedacht, aus der Atomkraft aussteigen. Ganz und gar und ziemlich bald.
Hoffnung und Angst halten den Lauf der Jahreszeiten nicht auf.
Zugvogel Foto © Mella/photocase
Die vier Jahreszeiten kommen und gehen, ganz gleich ob wir das wollen oder nicht.
Das natürliche Gesetz und die natürliche Ordnung dieser Welt ist nicht „für“ oder „gegen“ uns. Grundsätzlich gesehen gibt es auf der Welt nichts, das uns bedroht oder andererseits für uns Partei ergreift.
Es gibt eine natürliche Ordnung, die uns überleben lässt, und das ist grundlegend gut. Diese natürliche Ordnung des Universums halten wir oft für selbstverständlich oder lehnen sie ab, aber wir sollten uns das genau überlegen. Wir sollten wertschätzen, was wir haben. Wir sollten es wunderbar finden, dass wir auf der Welt sind.
In diesem Moment
Lass dich inspirieren, im Moment zu leben
Katzenmoment Foto © Kammikatze/photocase
Wie oft schon hast du etwas gegessen und den Geschmack des Gerichts nicht wirklich wahrgenommen? Oder du hast Besorgungen gemacht oder bist mit dem Auto gefahren – ohne es überhaupt richtig wahrzunehmen. Unsere Tage ziehen oft an uns vorbei, während wir im Geist woanders sind.
Buddhistische Wirtschaftslehre
Worum geht es in unserem Wirtschaften, in unserer Arbeit, in unserem Konsum von Dingen?
Vor 37 Jahren erschien ein überaus prägender Aufsatz, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Ich freue mich, ihn euch heute in gekürzter Form vorstellen zu können. Nehmt euch die Zeit, ihn zu lesen. Es lohnt sich!
Es besteht wohl allgemeine Übereinstimmung darüber, daß die menschliche Arbeit eine grundlegende Quelle des Wohlstandes ist. Der moderne Wirtschaftswissenschaftler hat jedoch gelernt, in „Arbeit“ nicht viel mehr als ein notwendiges Übel zu sehen. Vom Standpunkt des Arbeitgebers aus ist sie auf jeden Fall einfach ein Kostenfaktor, der auf ein Minimum zu verringern ist, wenn er sich nicht, beispielsweise durch Automation, völlig ausschalten läßt. Vom Standpunkt des Arbeiters aus ist sie eine „Last“ – arbeiten heißt ein Opfer an Muße und Bequemlichkeit bringen.
Stille ist eine kraftvolle Handlung
In diesem Moment Foto © korffi/photocase
„Aktivität besiegt die Kälte, doch Stille besiegt die Hitze.“ Lao Tse
In unserer Kultur neigen wir dazu, Stille mit Faulheit in Verbindung zu bringen, sie als ein Feststecken in Inaktivität, als etwas Negatives zu betrachten.
Doch das ist sie nicht. Stille ist eine Handlung, und eine kraftvolle noch dazu.
Mehr noch, sie kann deinen ganzen Tag verändern und somit dein Leben verwandeln.
Den Blick auf das Unmögliche gerichtet
Viel Gegenwind Foto © IBV2012/photocase
"Denn bei allem, was wir tun, denken und fühlen, möchten wir manchmal bis zum Äußersten gehen. Der Wunsch wird in uns wach, die Grenzen zu überschreiten, die uns gesetzt sind.
Es ist auch mir gewiss, dass wir in der Ordnung bleiben müssen, dass es den Austritt aus der Gesellschaft nicht gibt und wir uns aneinander prüfen müssen.
Innerhalb der Grenzen aber haben wir den Blick gerichtet auf das Vollkommene, das Unmögliche, Unerreichbare, sei es der Liebe, der Freiheit oder jeder reinen Größe.
Mut zur Lücke
Was tun, wenn uns nicht gelingt, was wir uns vorgenommen haben?
Wie geht es weiter? Foto © UlrikeA/photocase
In einer Stunde ist es Donnerstag und ich sollte einen weiteren Beitrag für 52 Wege auf Lager haben...
Habe ich aber nicht.
Gerade ziehe ich um, kümmere mich um den Kauf unseres Schulhauses und schaffe es so gerade eben, daneben auch noch meiner Arbeit im Büro nachzukommen. Die 52 Wege sind diesmal auf der Strecke geblieben.
Atme
Zur Ruhe kommen Foto © Prato9x/flickr
Atme.
Atmen kann dein Leben verändern.
Wenn du dich gestresst und überwältigt fühlst – atme. Es beruhigt dich und hilft dir, Spannungen abzubauen.
Wenn du dir Sorgen machst über das, was auf dich zukommt, oder in etwas gefangen bist, das bereits geschehen ist – atme. Es vermag dich in diesen Moment zurückzubringen.
Wenn du mutlos bist und nicht mehr erkennen kannst, welcher Sinn in deinem Leben liegt – atme. Es wird dich daran erinnern, wie kostbar das Leben ist und dass jeder Atemzug deines Lebens ein wunderbares Geschenk ist. Mache das Beste aus diesem Geschenk.







