Natur

Innere Umwelt

Versuch einer ökologischen Spiritualität

Christian Felber

Selbst drei Prozent Wirtschaftswachstum werden allmählich fad, das wahre Fieber verlagert sich auf die Börsen und ins Internet, dort liegt die Zukunft und der Profit. Doch während wir gebannt auf den Bildschirm starren, entgeht uns nicht nur, was „draußen“ vor sich geht, sondern auch, was sich in uns drinnen abspielt.

Schade, weil: Umweltschutz beginnt im Herzen.

Null, jetzt

Alex Steffen
Renate Alf: Ihre COs-Bilanz!

Cartoon © Renate Alf

Es ist an der Zeit, uns mit einer grundlegenen Wahrheit anzufreunden. Die meisten uns von waren bereits geboren, als die Menschheit den Bogen überspannte und (irgendwann in den 1980ern) damit begann, die Ressourcen der Erde schneller zu verbrauchen, als unser Planet sie aus sich selbst heraus hervorbringen kann. Und viele von uns werden noch immer leben, wenn wir, in der Mitte dieses Jahrhunderts auf dem Weg zu einer erdumspannenden Kultur der Nachhaltigkeit sind.

Sieh ohne Arroganz die Großartigkeit des Universums.

Nebelmeer

Nebelmeer       © ohneski/photocase

Chögyam Trungpa

Wir können die Welt der Phänomene nicht ignorieren. Wir sollten jede Gelegenheit ergreifen, sie beim Schopf packen.
Freuen wir uns an der Welt, die so lebendig und schön ist.
Arrogante Menschen sind so mit sich selbst und ihrer Konkurrenz zu anderen beschäftigt,
dass sie nicht einmal mehr hinschauen.

Einfache Vergnügungen

Der Sommer naht und damit die Urlaubszeit. Wo geht´s hin?

In die Ferne schauen – auf Juist

In die Nähe oder in die Ferne schauen?   Foto © Dirk Henn

Dirk Henn

Im Grunde ist es ganz einfach: Nah soll es sein, wirklich nachhaltig und ein Ort, an dem ich ohne Sorge sein kann. Doch wie wird daraus ein Urlaub?

Als ersten Anhaltspunkt habe ich mich an den Verbänden und Zusammenschlüssen orientiert, die sich einem nachhaltigen Tourismus verschrieben haben. Die Angebote von Viabono waren mir jedoch zu teuer. Das Forum Anders Reisen hat einige sehr gelungene Reisen, aber auch so sehr viel Fernreiseangebote – da wird es dann am Ende nie was mit der Nachhaltigkeit. Ö-plus hat in der Schweiz einiges zu bieten, doch die Blaue Schwalbe, habe ich dann für mich entschieden, ist das entschiedenste und wärmste der touristischen Qualitätssiegel. Nun ja, aber im ersten Anlauf war nichts dabei, was ich derzeit bezahlen kann,

Aus dem Landtagebuch

Die kleinen weissen Glocken des Frühlings

Die kleinen weissen Glocken des Frühlings

Tom Hodgkinson

DIE ERSTEN SCHNEEGLÖCKCHEN sind aufgetaucht. Ihre Ankunft lichtet langsam, ganz langsam die dunkle Schwere, die der Regen über das Land gelegt hat. Unser Hof ist eine einzige Schlammpampe. Er ruft mir den genervten Refrain meiner stadtliebenden Mutter in Erinnerung, den sie immer dann anstimmt, wenn sie zu Besuch kommt: „Ich mag Schlamm nicht. Ich mag es nicht!“

Die glücklichen Tage voll Schnee sind nunmehr Erinnerung. Aufgaben winken.

Die Würde der Welt ist immer da

Eisiger Sonnenaufgang

Sonnenaufgang       Foto © photoholic1/flickr

Chögyam Trungpa

Schau dir die Sonne an. Die Sonne scheint. Niemand poliert die Sonne. Die Sonne scheint einfach. Schau dir den Mond an, den Himmel – eine Welt, wie sie nicht besser sein könnte.

Leider versuchen wir menschliche Wesen, uns alles in Begriffen der Bedingtheit zu erschliessen. Wir versuchen aus nichts etwas zu machen. Wir haben alles durcheinandergebracht. Das ist unser Problem.

Wir müssen zurückkehren – zur Sonne und zum Mond, zu Drachen, Tigern, Löwen und Garudas (mythischen Vögeln). Wir können wie der blaue Himmel sein, meine Lieben, und wie die Wolken, so rein, so wunderschön.

Selbstversorgung, auf japanische Art

Im Garten

Im Garten       Foto © Sean Sakamoto

Sean Sakamoto

Wo auch immer man in Japan hingeht, immer werden einem die Gärten auffallen.
Selbst in ziemlich dicht besiedelten Vororten wird jedes Fleckchen Erde mit Hingabe und Akribie kultiviert, üblicherweise von Großvätern und Großmüttern die, vom Leben gezeichnet, mit krummem Rücken zu Werke gehen.

Wenn Menschen in diesem Land alt werden, arbeiten sie in ihren Gärten. Ganz gleich, zu welcher Zeit des Jahres oder wie gut oder schlecht das Wetter ist. Sie sind draussen in der brutalen Sommerhitze, sie zupfen Unkraut im winterlichen Morgendunst, der einem die Kälte bis unter die Haut treibt. Umringt von Frühlingskirschblüten pflanzen sie Tomaten und während sich um sie herum die Herbstblätter feuerrot färben, ernten sie Kürbisse.
Zur Erntezeit ist es üblich, dass Nachbarn einen an den Gaben ihres Gartens teilhaben lassen und einfach eine Tüte mit Gurken oder Bohnen oder was auch immer vorbeibringen.

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