Minimalismus

Buddhismus und Ökologie

Wir müssen kein Leben leben, das uns verkauft wird.
Wiir können die mutige Wahl treffen, einfach zu leben.

Ogyen Trinley Dorje, Karmapa VXII

Ich wurde in eine tibetische Nomanden-Familie geboren und verbrachte meine ersten Lebensjahre im wilden Ostteil von Tibet. Es war ein einfaches Leben und meine tägliche Freude bestand darin, zusammen mit meiner Lieblingsziege die nahen Berge zu erkunden. Ich war glücklich, ich konnte wilde Tiere wie das Große Tibetschaf und den Weißlippenhirsch sehen – ganz aus der Nähe – und manchmal sah ich Herden von tibetischen Wildeseln über das Weideland rennen.

Mach eine Sache gut

Leo Babauta

Oft werde ich gefragt, wie man eine Arbeit tun kann, die man liebt – wie wir unser Geld mit etwas verdienen können, von dem wir begeistert sind.
Ich behaupte nicht, dass ich alle Antworten darauf wüsste, aber für mich ist die Antwort ziemlich einfach: Mach eine Sache gut.

Die meisten Menschen wollen eine umfangreichere Antwort, aber in meiner Erfahrung wird sich alles andere ergeben, wenn du das lernst.

Vom richtigen und vom falschen Minimalismus

Stadt gegen Land

Sieht so Minimalismus aus?

Sieht so Minimalismus aus?       Foto © owik2/photocase

Leo Babauta

Ich höre oft, dass man in San Francisco nicht minimalistisch leben kann – weil es eine Stadt ist, weil es teuer ist dort zu leben, weil dort alle Menschen so geschäftig und gehetzt sind. Das verwirrt mich, weil ich mich dann frage, was im Verständnis dieser Menschen Minimalismus eigentlich ist.

Es gibt nicht nur eine Weise, Minimalismus zu leben – man kann das machen, indem man in einem Bauwagen lebt, mit dem Rucksack um die Welt reist, in einem winzigen Haus lebt, auf einer großen Farm oder sonstwo.

Schluß mit Konsumismus!

Leo Babauta

Wir sind keine Konsumenten. Wir sind Menschen.

Unser Leben ist nicht dazu bestimmt, Geld zu verdienen, damit wir unsere Einkaufsgewohnheiten aufrecht erhalten können oder damit wir uns ein großes Haus und zwei Autos oder luxuriöse kulinarische Genüsse oder teure Unterhaltung leisten können.

Wir leben nicht, um die Wirtschaft zu unterstützen. Und doch scheint es so – wenn man objektiv von außen auf unsere Gesellschaft schaut – dass wir das tun.

Angst hält uns davon ab, in Einfachheit zu leben

Die kleinen Dinge des Lebens

Die kleinen Dinge des Lebens       Foto © jöni/photocase

Leo Babauta

Warum behalten wir Dinge, obwohl wir sie nicht brauchen oder benutzen? Weil wir Angst haben, dass wir sie doch noch brauchen werden. Angst davor, was passieren würde, wenn wir uns von ihnen trennen.

Jahrelang hatte ich ein Auto, für Notsituationen und weil es mich beunruhigte, möglicherweise Dinge nicht tun zu können, die ich tun wollte oder musste. Dann entdeckte ich, dass ich alles, was ich tun will, auch ohne Auto tun kann – und mehr noch. Und dass die "112" in wirklichen Notfällen besser ist.

Eine Gemeinschaft von Menschen

Sean Sakamoto

Ich muss arbeiten, aber ich will nicht immer arbeiten. Ich möchte Zeit mit Freunden verbringen, ich möchte spazieren gehen können, ich möchte das Leben genießen können. Wer will das nicht? Ich möchte, dass die Arbeit ein Teil meines Lebens ist und nicht ihr Hauptzweck.

Mehr leben, weniger brauchen

Leo Babauta

Je mehr ich mein Augenmerk darauf richte zu leben, desto weniger brauche ich.
"Sein Augenmerk darauf richten zu leben", was soll das heißen? Es ist ein Wechsel – von der Sorge um die Dinge, die ich habe, um meinen Status, um Ziele und um wunderschöne Dinge hin zum unmittelbaren Leben. Leben umfasst: Lange Spaziergänge, Dinge selber machen, Gespräche mit Freunden, kuscheln mit meiner Frau, mit meinen Kindern spielen, einfache Speisen essen, rausgehen und aktiv werden.

Wie man wenig wollen kann

David Turnbull

Wenn man sich entscheidet, ein einfacheres Leben zu führen, gibt es zwei Herausforderungen: Wenig zu besitzen und wenig zu wollen. Dennoch verschmelzen die meisten Menschen diese beiden Herausforderungen in das einzige Ziel, „einfacher zu leben“. Leider sind das zwei ganz unterschiedliche Biester, die man nur jeweils in der ihnen eigenen Art zähmen kann.

Das einfache Leben praktizieren

Erin Doland

Neulich habe ich einen dreitägigen Workshop geleitet, der unter dem Motto „Die Praxis der Einfachheit“ stand. Als ich mich für den Titel der Veranstaltung entschied, habe ich das Wort „Praxis“ ganz bewusst gewählt.

Menschen, die ein einfaches Leben führen, betrachten sich selbst oft als Praktizierende. In dem Sinne, wie ein Arzt von sich behauptet, dass er als Mediziner „praktiziert“, mag ein Freund der Vereinfachung sagen, dass er Einfachheit praktiziert.

Und tatsächlich braucht ein einfaches Leben Praxis. Niemand geht in komplettem Chaos und Wirrwarr am Abend zu Bett und wacht am nächsten Morgen als Meister eines wohlgeordneten Wunderlandes auf. Wandel passiert nicht über Nacht, ihn zu erreichen und zu bewahren braucht auf jeden Fall Praxis.

Und doch ist Einfachheit an sich nicht der Sinn der Sache.

Buddhistische Wirtschaftslehre

Ernst Friedrich Schumacher
Worum geht es in unserem Wirtschaften, in unserer Arbeit, in unserem Konsum von Dingen?
Vor 37 Jahren erschien ein überaus prägender Aufsatz, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Ich freue mich, ihn euch heute in gekürzter Form vorstellen zu können. Nehmt euch die Zeit, ihn zu lesen. Es lohnt sich!


Es besteht wohl allgemeine Übereinstimmung darüber, daß die menschliche Arbeit eine grundlegende Quelle des Wohlstandes ist. Der moderne Wirtschaftswissenschaftler hat jedoch gelernt, in „Arbeit“ nicht viel mehr als ein notwendiges Übel zu sehen. Vom Standpunkt des Arbeitgebers aus ist sie auf jeden Fall einfach ein Kostenfaktor, der auf ein Minimum zu verringern ist, wenn er sich nicht, beispielsweise durch Automation, völlig ausschalten läßt. Vom Standpunkt des Arbeiters aus ist sie eine „Last“ – arbeiten heißt ein Opfer an Muße und Bequemlichkeit bringen.

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