Klimawandel stoppen. Leben ändern.

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Trauer

Das Zeitalter, in dem wir einander brauchen

Foto: darvalife/unsplash

Vor fünfzehn Jahren, als ich begann Bücher zu schreiben, hatte ich große Hoffnungen, eines Tages "entdeckt" zu werden, und dass "meine Botschaft" dadurch Millionen von Menschen erreichen und die Welt zum Besseren verändern würde.

Diese Ambition wurde schon kurz darauf empfindlich gedämpft, als ich feststellen musste, dass ich nach Jahren harter Arbeit am Buch "Die Renaissance der Menschheit" keinen Abnehmer in der Verlagswelt finden konnte. Also druckte ich das Buch im Selbstverlag und hoffte immer noch, dass es durch Mundpropaganda zum Bestseller werden würde. Diesen Verlegern würde ich es zeigen! Ich erinnere mich daran, wie ich im August 2007 – fünf Monate nach der Erscheinung, zu einem Zeitpunkt, an dem es schon einiges an Bekanntheit gewonnen haben sollte – einen Blick auf die Verkaufszahlen wagte. In Summe hatte ich diesen Monat fünf ganze Bücher verkauft.

Trauer und CO2-Reduktionismus

Eben schrieb mir der Umweltschützer Michael Mielke Folgendes: "Immer wieder sind wir auf die Einsicht zurückgekommen, dass die Klimaschutzbewegung erst durch mehrere Stadien der Trauer gehen muss, um Akzeptanz zu finden."

Ich freue mich, dass sich diese Erkenntnis langsam verbreitet. Trauer ist notwendig, um die Situation, vor der wir stehen, auf einer tiefen Ebene zu integrieren. Andernfalls bleibt sie für die meisten Menschen abstrakt. Unsere gesellschaftliche Infrastruktur schirmt uns ja (zumindest bis jetzt) ganz gut vor spürbaren Auswirkungen des Klimawandels ab. Für die meisten Menschen scheint der Klimawandel etwa im Vergleich zu ihrer nächsten fälligen Schuldenrate oder zum Suchtproblem ihrer pubertierenden Kinder recht weit weg und abstrakt - etwas, das entweder nur in der Zukunft passiert oder in den Nachrichten.