Konsum

Welche Dinge braucht der Mensch?

Leo Babauta
Glückskäfer

Flüchtige Begegnung       Foto © la.Gabrie/photocase

Seit Jahren schon versuche ich, alles Unnötige aus meinem Leben zu entfernen – so auch in diesem Jahr.
Tja, ich weiß schon: Jetzt werden Sie das lesen und denken, dass ich mich jeder Freude in meinem Leben beraube – aber das ist nicht wahr.
Also, ich werde Ihnen das erklären.

Die erste Frage bei diesem Vorhaben lautet natürlich: Was bedeutet "unnötig"? Dafür müssen wir zunächst untersuchen, welche Dinge notwendig sind ... und die erste Frage bei dieser Untersuchung lautet: "Notwendig wofür?" – Was ist das wahre Ziel? Meine Antwort, die sich von denen anderer Menschen unterscheidet, lautet: "Notwendig für ein glückliches Leben".

Mehr!

Mehrbeere

Mehrbeere       Foto © aussi97/photocase

Phillip Moffitt

Immer mehr zu wollen, ist ein Phänomen unserer Zeit, ein Spiegelbild unserer Lebensweise, und doch ist es etwas, das selten als Phänomen erkannt wird. Es prägt unser Verhalten, ohne, dass wir es begreifen. Wir nehmen gar nicht wahr, dass dies oft unseren Emotionen und Handlungen vorausgeht.
In unseren Gefühlen und Erfahrungen nimmt das Verlangen nach Mehr überhand. Vielleicht gehört dieses Phänomen von Natur aus zum Menschsein. Oft organisieren wir unser Leben rund um dieses Verlangen und messen den Erfolg unseres Lebens daran, wie erfolgreich wir darin sind, uns immer mehr zu verschaffen, von was auch immer wir in einem bestimmten Moment wollen.

Schluß mit Konsumismus!

Leo Babauta

Wir sind keine Konsumenten. Wir sind Menschen.

Unser Leben ist nicht dazu bestimmt, Geld zu verdienen, damit wir unsere Einkaufsgewohnheiten aufrecht erhalten können oder damit wir uns ein großes Haus und zwei Autos oder luxuriöse kulinarische Genüsse oder teure Unterhaltung leisten können.

Wir leben nicht, um die Wirtschaft zu unterstützen. Und doch scheint es so – wenn man objektiv von außen auf unsere Gesellschaft schaut – dass wir das tun.

Kampf dem Konsumismus: Liebe dein Zeugs!

zugeschlagen

zugeschlagen       © beck

James Shelley

Meist denken wir, bei Konsumismus gehe es darum, dass wir uns hartnäckig und verbissen an unseren Wohlstand, unsere Kinkerlitzchen und unsere Spielzeuge klammern. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall: Konsumismus entsteht, weil wir unsere Dinge ganz und gar nicht lieben. Wir hängen so wenig an unseren materiellen Gütern, dass wir sie regelmäßig und immer häufiger fortwerfen und ersetzen. In diesem Licht betrachtet ist Konsumismus die blindwütige Achtlosigkeit gegenüber unseren physischen Besitztümern.

Wie viel ist genug?

Genügsamkeit bedeutet nicht selbstauferlegte Armut – sie erlaubt dir zu entdecken, wer du wirklich bist

Vicky Robin

Auf einem Kongress über alternative Wirtschaftsformen saß ich beim Abendessen zufällig neben einem Mann, der den Kurs unserer New Road Map Foundation über das Thema „Die Beziehung zu Geld transformieren und finanzielle Unabhängigkeit erreichen" besucht hatte. Er erzählte von seinen Bemühungen, herauszufinden, was für ihn selbst zum Leben reicht.

Gelegentlich besucht er ein Kloster auf dem Land, um in stiller Zurückgezogenheit zu meditieren. Für die Verpflegung sorgen dort die Mönche. Die vielen Hektar Wald sind von Wanderwegen durchzogen. Es gibt mehrere abgelegene kleine Häuschen mit nur ein oder zwei Stühlen. Jedes Zimmer hat ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl, eine Lampe – mehr nicht. Stille und Frieden prägen die Stimmung dieses Ortes.

Mehr leben, weniger brauchen

Leo Babauta

Je mehr ich mein Augenmerk darauf richte zu leben, desto weniger brauche ich.
"Sein Augenmerk darauf richten zu leben", was soll das heißen? Es ist ein Wechsel – von der Sorge um die Dinge, die ich habe, um meinen Status, um Ziele und um wunderschöne Dinge hin zum unmittelbaren Leben. Leben umfasst: Lange Spaziergänge, Dinge selber machen, Gespräche mit Freunden, kuscheln mit meiner Frau, mit meinen Kindern spielen, einfache Speisen essen, rausgehen und aktiv werden.

Die Jahreszeit des Krempels

Reich beschenkt

Reich beschenkt       Foto © trepavica/photocase

Patrick Rhone

In diesen Tagen beginnt ganz offiziell die Saison der Dinge. Während dieser Zeit des Jahres werden wir unaufhörlich ermuntert, mehr Dinge zu kaufen, mehr Zeugs für die zu kaufen, die wir „lieben“ und dankbar für den Krempel zu sein, den wir haben und noch dazubekommen.

All diese Dinge erzeugen einen Materialberg, der dann auch wieder weggeworfen oder recycelt werden muss.

Wie man wenig wollen kann

David Turnbull

Wenn man sich entscheidet, ein einfacheres Leben zu führen, gibt es zwei Herausforderungen: Wenig zu besitzen und wenig zu wollen. Dennoch verschmelzen die meisten Menschen diese beiden Herausforderungen in das einzige Ziel, „einfacher zu leben“. Leider sind das zwei ganz unterschiedliche Biester, die man nur jeweils in der ihnen eigenen Art zähmen kann.

Regionalesser machen’s besser

Lokalapfel

Lokal ist optimal       Foto © claudiarndt/photocase

Susan Albers

Die Herausgeber des Oxford English Dictionary erklärten 2007 locavore zum besten neuen Wort des Jahres. [Loca­vore ist eine an Pflanzenfresser, herbi­ vore, angelehnte Wortschöpfung; auf Deutsch hat es in etwa die Bedeutung„Regiona­lesser“.]

Ein locavore ist jemand, der regional angebaute Zutaten und Lebensmittel kauft.

Die Lebensmittel kommen direkt vom örtlichen Wochen­markt oder aus dem eigenen Garten. Produkte aus der Region schmecken oft besser und sind in der Regel frischer und gesünder. Und sie sind besser für unseren Planeten, da sie nicht mit Abgas produzierenden, Benzin fressenden Lastwagen über große Strecken befördert werden müssen. Erzeugnisse, die im Umkreis von hundertfünfzig Kilometern angebaut wurden, ersparen auch Transportkosten, so dass sie billiger sein können; und das Geld, das Sie für sie ausgeben, fließt direkt in die Wirtschaft der Region.

So ist das Kaufen von frischem Obst und Gemüse aus der eigenen Region ein Schritt, mit dem Sie dazu beitragen, für sich und die Welt eine achtsame Essumwelt zu schaffen.

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