Gewohnheiten

Die Kraft der Genügsamkeit

Wollen Sie die Welt retten? Ich sage Ihnen, wie...

Jonathan Mead

Unser blauer Planet ist derzeit nicht gerade gut in Form. Die Luft, unser Wasser und die Ozeane sind verschmutzt. Und wir Menschen befinden uns derweil in einer Finanzkrise. Na, das sieht nicht gerade gut aus, nicht wahr!?

Es gibt eine Menge Menschen, die eine Vielzahl von Antworten und Lösungen bereithalten. Jeder einzelne von ihnen denkt, dass seine Antwort dir richtige ist. Wir brauchen saubere, natürliche Formen der Energiegewinnung. Wir brauchen biologisch abbaubare Produkte, die sich nach ihrer Verwendung einfach kompostieren oder in biologische Kreisläufe zurückführen lassen. Wenn es um die Finanzkrise geht, wird die Sache noch ein wenig unübersichtlicher: Einige Menschen sagen, wir brauchen mehr Kontrollen, andere sagen, wir brauchen mehr Arbeitsplätze. Andere widerum sagen, dass unsere Einkommen einfach nicht mehr mit den steigenden Kosten mithalten können.

Jedermann und jedefrau hat Antworten. Schwierig daran ist allerdings, dass keiner der Vorschläge das grundlegende Problem angeht: Es geht nicht darum, etwas zu tun.
Nein, ich habe mich nicht versprochen, ich meine es so, wie ich es schreibe.
Die Lösung liegt nicht in besseren Konzepten, findigeren Problemlösungen oder unterschiedlichen Herangehensweisen. Es ist viel einfacher – wir müssen weniger tun.

Schluß mit Selbsthilfe

Jonathan Mead

Die alte Welt der Selbsthilfe stirbt wie ein langsam fallender Riese.

Diese Welt basierte auf dem Versuch, mit einem alten Paradigma konform zu gehen und immer effektiver darin zu funktionieren. Wenn du die Regale dieser alten Selbsthilfe-Abteilung anschaust, dann findest du Bücher voller Tipps, wie du neue Freunde findest, erfolgreich bist und mehr erreichst.

Die Mehrzahl dieser Bücher wurde geschrieben, um Menschen zu helfen, die sich an eine Welt klammern, die fremd und falsch ist. Anstatt ihr Leben selbst zu bestimmen, haben sie sich damit abgefunden, dass sie nicht ganz sind und Heilung brauchen. Sie begannen also damit, sich selbst zu verbessern, statt ihre eigenen Regeln zu schaffen.

Glücklicherweise vergeht diese Welt, in der wir uns selbst in Ordnung bringen müssen, langsam. Eine neue Bewegung von Menschen, die radikal bejahen, wer sie sind und ein eigenständiges Leben führen, zeigt sich zunehmend als einflussreiche Kraft.

Mehr!

Mehrbeere

Mehrbeere       Foto © aussi97/photocase

Phillip Moffitt

Immer mehr zu wollen, ist ein Phänomen unserer Zeit, ein Spiegelbild unserer Lebensweise, und doch ist es etwas, das selten als Phänomen erkannt wird. Es prägt unser Verhalten, ohne, dass wir es begreifen. Wir nehmen gar nicht wahr, dass dies oft unseren Emotionen und Handlungen vorausgeht.
In unseren Gefühlen und Erfahrungen nimmt das Verlangen nach Mehr überhand. Vielleicht gehört dieses Phänomen von Natur aus zum Menschsein. Oft organisieren wir unser Leben rund um dieses Verlangen und messen den Erfolg unseres Lebens daran, wie erfolgreich wir darin sind, uns immer mehr zu verschaffen, von was auch immer wir in einem bestimmten Moment wollen.

Schluß mit Konsumismus!

Leo Babauta

Wir sind keine Konsumenten. Wir sind Menschen.

Unser Leben ist nicht dazu bestimmt, Geld zu verdienen, damit wir unsere Einkaufsgewohnheiten aufrecht erhalten können oder damit wir uns ein großes Haus und zwei Autos oder luxuriöse kulinarische Genüsse oder teure Unterhaltung leisten können.

Wir leben nicht, um die Wirtschaft zu unterstützen. Und doch scheint es so – wenn man objektiv von außen auf unsere Gesellschaft schaut – dass wir das tun.

Um Himmel und Erde zu vereinen, musst du den Egoismus überwinden.

Chögyam Trungpa

Um eine Vision ins Praktische umzusetzen, brauchst du Zuversicht und Selbstvertrauen. Darüber hinaus darfst du aber auch nicht egoistisch sein. Wenn jemand denkt: „Jetzt habe ich´s! Ha ha!“ – das funktioniert nicht. Himmel und Erde zu vereinen gelingt nur, wenn du deine egoistische Einstellung überwindest. Der Meister-Krieger ist extrem demütig.

Digitale Kompetenz

Überlebensstrategien im Zeitalter der Bits und Bites

Analoge Kommunikation

Kommunikation analog       Foto © luxuz::./photocase

Mark Hurst

Informationsstress ist ein wichtiges Thema, wichtiger als je zuvor – die Bits haben Einzug in unser Leben gehalten. Vor zehn Jahren hat es die US-Bürger vielleicht beunruhigt, wenn sich bei ihnen zuhause Berge von Zeitschriften und Zeitungen auftürmten. Doch heute, da sich in allen Bereichen unseres Lebens die Bits ausbreiten, wird aus der Beunruhigung Angst. E-Mails, Webseiten, Newsletter, Chatrooms, E-Mails, SMS und noch mehr E-Mails – all diese Ströme von Bits können uns aus dem, was wir gerade tun, herausreißen und auf Trab halten – überall und immer.

Geh es langsam an und genieße das Leben

Kein Hundeleben

Kein Hundeleben       Foto © riot jane/flickr

Leo Babauta

Es ist eine Ironie modernen Lebens: Ständig erfinden wir zeitsparende Technologien – und dann nutzen wir die Zeit, um mehr und mehr Dinge zu tun. So sind unsere Leben weitaus atemloser und hektischer als jemals zuvor.

Das Leben bewegt sich in einem so schnellen Tempo, dass es ans uns vorüber zu ziehen scheint, bevor wir es überhaupt genießen können.

Doch das muss nicht so sein. Lasst uns gegen einen hektischen Lebensstil rebellieren, lasst es uns langsamer angehen!

Ein Leben in langsamerer Gangart bedeutet, Zeit zu schaffen, um die Morgende zu geniessen, anstatt in wilder Aufruhr zur Arbeit zu eilen. Das heißt, sich Zeit zu nehmen um das genießen, was immer man gerade tut – anstatt unaufhörlich mit dem Blackberry oder iPhone oder Laptop „connected“ zu sein, anstatt immerzu über Aufgaben, E-Mails und Arbeitsfragen nachzudenken. Das heißt „ein Ding zur Zeit“ zu tun, anstatt im Multitasking-Modus unaufhörlich zwischen einer Vielzahl von Aufgaben hin und her zu wechseln – ohne sich auf eine von ihnen wirklich konzentrieren zu können.

Verlangsamung ist eine bewusste Entscheidung, nicht immer eine einfache, doch sie führt zu einer größeren Wertschätzung des Lebens, zu mehr Fröhlichkeit und mitunter sogar Glück.

Lächelnd ganz präsent

Chögyam Trungpa

Es nicht notwendig, andauernd zu schuften und die Dinge fortwährend voranzutreiben. Wenn du in lebendigen Situationen wach und offen bist, ist es ihnen und dir möglich, kreativ, schön, humorvoll und freudvoll zu sein. Diese natürliche Offenheit ist rechtes Bemühen - im Gegensatz zu allen alten Arten der Anstrengung. Rechtes Bemühen bedeutet, die Situation exakt so zu sehen, wie sie in genau diesem Moment ist, ganz gegenwärtig zu sein, freudvoll, mit einem Lächeln.

Schluss mit scheinbaren Bedürfnissen!

Leo Babauta

Es gibt so Vieles, was wir im Leben tun müssen. Bis dass wir uns eines Tages die dahinterstehenden Bedürfnisse einmal genauer anschauen.

Denk mal darüber nach, welche Bedürfnisse du möglicherweise jetzt gerade hast: Das Bedürfnis, deine E-Mails alle 15 Minuten abzufragen oder all die Blogs zu lesen oder dein Umfeld ganz aufgeräumt und ordentlich zu halten

Das Ende der Geschäftigkeit

Hierhin und dorthin – Rushhour

Rushhour     Foto © BeneA/photocase

Leo Babauta
"Nichts zu tun ist besser, als geschäftig nichts zu tun.“ Lao Tse

 
Hör auf damit, so geschäftig zu sein, und deine Arbeit ist halb erledigt.

Denk mal darüber nach, wie emsig wir tätig sind, und wie sehr wir damit prahlen, uns damit brüsten: Ich bin so beschäftigt, ich muss wichtig sein.
„Ich hab’ eine Million Sachen zu erledigen! Ich habe nie Zeit für irgendwas! Ich kann nicht runterschalten, ich bin zu beschäftigt.“ Das wird als eine gute Sache angesehen, in einer Gesellschaft in der wir produktiv, aktiv und von den Dingen in Anspruch genommen sein sollen.

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