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Einfach aufhören weiterzumachen

Der Weg ins Ungewisse, auf dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Der Weg ins Ungewisse, auf dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Schritt für Schritt erprobe ich die Abkehr von meinen Gewohnheiten. Wie ich heize, wie ich reise, wie ich arbeite, wie ich mich ernähre: Viele grundlegende Fragen meines Lebens habe ich in den letzten Jahren auf die Probe gestellt.

Einmal eine Richtung klar eingeschlagen, sind die Veränderungen nicht schwer. Sie sind noch nicht einmal ein Verlust. Ich bin erstaunt: Ich entbehre nichts, eher gewinne ich neue Optionen hinzu – und zum Teil stellt sich zaghaft sogar ein Kontakt zur Welt wieder ein, der zeitweise verschüttet war.

Je mehr ich mich darauf einlasse, desto klarer wird mir, dass die Lösung unglaublich einfach ist. Wir müssen aufhören, so weiterzumachen wie bisher. Nicht mehr, nicht weniger – nur das.

Doch bei jedem meiner Selbstversuche begleitet mich Angst. 
Werde ich nicht zu einem sozialen Zombie, wenn ich die Urlaubsreisen mit dem Auto einstelle? Entsage ich nicht zu sehr den Freuden des Lebens?

Einen der schönsten Urlaube hatte ich im vergangen Jahr. Als sich am frühen Abend, 40 Kilometer vom Mannheimer Containerhafen entfernt, der »Fernradweg« von einer geteerten Straße in einen schotterbedeckten Fusspfad verwandelt, mir der Fuchs nach rechts und dann die beiden Kaninchen nach links ausweichen, war ich am Ziel. Gemächlich entfernt sich das eben noch äsende Reh von der riesigen Waldlichtung direkt am Rheinufer und ich schlage mein Zelt auf. Kein Mensch weit und breit, nur von Zeit zu Zeit eines der großen Containerschiffe, die sich tuckernd durch die hereinbrechende Dunkelheit pflügen. Hinter mir rufen Pirol und Nachtigall, es ist ein unwirklich schöner Abend. 

Was werden wir verlieren, wenn wir das Gewohnte aufgeben?
Unsere Furcht ist verständlich, aber zumeist unberechtigt.

Es gibt ein Leben hinter unseren Gewohnheiten, eine Einladung ins Unbekannte und in eine Welt, die wir nur betreten werden, wenn wir aufhören weiterzumachen wie bisher. Schritt für Schritt. Im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber entschieden und beherzt.