Simplicity
Eine Tasse, ein Leben lang
Kawagishi-sensei mit seiner Tasse Foto © Sean Sakamoto
Kawagishi-sensei ist Zen-Mönch und er ist Lehrer an der Sekundarschule an der ich arbeite. Er unterrichtet Kalligrafie, eine der traditionellen Künste Japans. (Es gibt bei uns eine Menge Zusatzangebote, an denen sich die Schülerinnen und Schüler beteiligen können, ähnlich wie an US-amerikanischen High Schools.)
In Kalligrafie üben die Schüler die Kunst, japanische Kanji-Schriftzeichen zu malen – die chinesischen Buchstaben, die einen Teil der geschriebenen Sprache ausmachen. Kalligrafie hat in Japan eine lange Tradition und die Schriftzeichen sehen, selbst für meinen ungeübten Blick, wunderbar aus.
Kawagishi-sensei lehrt Kalligrafie seit mehr als 30 Jahren. Mein Japanisch ist nicht gut genug, um viel mit ihm zu sprechen, aber doch versuchen wir jede Woche miteinander zu plaudern. Mir fiel auf, dass er seinen Tee dabei immer aus einer speziellen Tasse trinkt, die auf seinem Tisch steht. weiterlesen »
Wie viel ist genug?
Basics Foto © Mr. Kris/flickr
Wir wollen oft mehr als wir gerade haben.
Mehr Geld, mehr Gadgets, bessere Möbel, eine bessere Wohnung, ein besseres Auto, mehr Kleidung, mehr Schuhe, mehr Erfolg.
Und was passiert, wenn wir mehr bekommen? Wir sind nicht zufrieden, weil es bereits neue Werbung für neue iPods, für neue Laptops, für neue iPhones, für neue Autos, für neue Kleidung gibt. Wir wollen das haben. Es ist unmöglich diesen unersättlichen Hunger zu stillen, weil unsere Kultur sich nicht mit dem zufrieden gibt, was wir haben, sondern darauf abzielt, mehr haben zu wollen. weiterlesen »
Aus der Fülle des Lebens schöpfen
Weniger ist mehr Foto © tigerente/photocase
Seit mehr als fünf Jahren arbeite ich nun schon daran, mein Leben zu vereinfachen; und während ich die sublimen Freuden eines einfachen Lebens entdeckt habe, ist mir klar geworden, dass die meisten Menschen es nicht kapieren.
"Wieso sollte ich WENIGER wollen?" fragen sie sich selbst. "Weniger ist weniger Spaß, härter, so mönchsartig, langweilig."
Die einfache Antwort: Weil das Leben so viel besser sein kann mit weniger.
Das ist kaum zu glauben, wenn du es nicht selbst ausprobiert hast, aber heute bin ich glücklicher denn je. weiterlesen »
Standardeinstellungen moderner Lebenswelten
Segen der Elektrizität Foto © riot jane/flickr
“Standardeinstellungen” bezeichnen in der Informatik die grundlegende Art, in der ein Computersystem eingerichtet wurde. Sie gelten, solange man sich nicht entscheidet, spezifische Veränderungen vorzunehmen. Übertragen auf unsere täglichen Leben könnte man sagen, dass fließendes Wasser, Toiletten mit Wasserspülung, elektrisches Licht, Gasherde und Telefone allesamt Teil unserer eigenen Standardeinstellungen sind. weiterlesen »
Der erste Schritt zur Vereinfachung
Die Spreu vom Weizen trennen Foto © eris23/photocase
Wir sprechen hier oft über das Vereinfachen, vom Entrümpeln unserer Dingwelten bis hin zur Vereinfachung der Aufgaben, die darauf warten, erledigt zu werden. Doch neulich schrieb ein Leser, sein Problem sei, dass er gar nicht weiß was er mit sich selbst anfangen soll, nachdem er zum Beispiel Fernsehen und andere Zeitverschwender aus seinem Leben entfernt hat.
Die einfache Antwort: Tu, was du liebst.
Sein Kommentar illustriert, wenngleich nachvollziehbar, eine weitverbreitete Fehldeutung von Vereinfachung. weiterlesen »
Selbstversorgung, auf japanische Art
Im Garten Foto © Sean Sakamoto
Wo auch immer man in Japan hingeht, immer werden einem die Gärten auffallen.
Selbst in ziemlich dicht besiedelten Vororten wird jedes Fleckchen Erde mit Hingabe und Akribie kultiviert, üblicherweise von Großvätern und Großmüttern die, vom Leben gezeichnet, mit krummem Rücken zu Werke gehen.
Wenn Menschen in diesem Land alt werden, arbeiten sie in ihren Gärten. Ganz gleich, zu welcher Zeit des Jahres oder wie gut oder schlecht das Wetter ist. Sie sind draussen in der brutalen Sommerhitze, sie zupfen Unkraut im winterlichen Morgendunst, der einem die Kälte bis unter die Haut treibt. Umringt von Frühlingskirschblüten pflanzen sie Tomaten und während sich um sie herum die Herbstblätter feuerrot färben, ernten sie Kürbisse.
Zur Erntezeit ist es üblich, dass Nachbarn einen an den Gaben ihres Gartens teilhaben lassen und einfach eine Tüte mit Gurken oder Bohnen oder was auch immer vorbeibringen. weiterlesen »





