Wege aus der Mutlosigkeit

Erntezeit

Erntezeit       Foto © view7/photocase

Dirk Henn

Es ist nicht einfach, jede Woche einen neuen Weg aufzuzeigen. Einen gangbaren, nah an dem, was wir tagtäglich erfahren. Besonders wenn ich traurig gestimmt bin, kann es mir passieren, dass ich mich von den Ereignissen rund um mich herum überwältigen lasse. Und dann passiertʼs: In diesem Moment trage ich meine Mutlosigkeit in die Welt. Vor allem aber sehe ich dann keine neuen Wege. Und so ist es mir in der letzten Woche zum ersten Mal passiert, dass ich einen Artikel veröffentlicht habe, der tatsächlich keinen Weg aufzeigt. Nunja, ich nehme es gelassen. Wenn ich einen Weg gehe ist es unvermeidlich, dass ich hier und da auch mal danebentrete.

Was aber, so frage ich mich, hilft mir, aus der Mutlosigkeit herauszufinden, um mich dann wieder neuen Wegen zuwenden zu können?

Wider besseres Wissen

Schluss mit dem CO2-Ausstoß

© beck/ews

Dirk Henn

Dunkle Zeiten für den Klimaschutz. Könnten wir im Namen unseres Landes die Stimme erheben, müssten wir den Ausnahmezustand erklären.

Mit dem nun beschlossenen Energiekonzept der Bundesregierung können wir nun noch jahrelang und unverblümt weiter wursteln wie gewohnt, auf Kosten der Substanz und ohne jeden Bezug zum ganzen Ausmaß des globalen Wandels, der sich gerade vollzieht. Das verbaut für Jahre viele der Wege, um die es hier auf dieser Website geht. Das stimmt mich traurig.

Es gibt keinen Anfang

Die ersten Tomaten

Foto © Alice Holden

Alice Holden

Ich habe mich hingesetzt und versucht, für meinen Blog zu schreiben. "Fang jetzt an!" ging es mir durch den Kopf.

Zum Nachdenken ging ich ins Gewächshaus und fand die erste reife Tomate dieses Jahres.
Mit beiden Beinen auf dem Boden war mir mit einem Mal am Beispiel des Wachstums klar geworden: Für die Prinzipien, die hinter einem wirklich nachhaltigen und organischen System stehen, gibt es keinen Start- und keinen Endpunkt. Ganz gleich, ob es um die Zersetzungsprozesse im Kompost oder um die Umwandlung der Nährstoffe geht, die zur Formation von Früchten führt. Der Anfang ist einzig und allein der Startpunkt, von dem aus man selbst den Kreislauf betrachtet.

Schluss mit scheinbaren Bedürfnissen!

Leo Babauta

Es gibt so Vieles, was wir im Leben tun müssen. Bis dass wir uns eines Tages die dahinterstehenden Bedürfnisse einmal genauer anschauen.

Denk mal darüber nach, welche Bedürfnisse du möglicherweise jetzt gerade hast: Das Bedürfnis, deine E-Mails alle 15 Minuten abzufragen oder all die Blogs zu lesen oder dein Umfeld ganz aufgeräumt und ordentlich zu halten

Die vergessene Kunst der Einsamkeit

Zur Ruhe kommen

Zur Ruhe kommen     Foto © Prato9x/flickr

Leo Babauta

Man muss kein Mönch sein, um Einsamkeit zu finden und auch kein Einsiedler, um sie genießen zu können.

Und doch ist Einsamkeit in diesen Zeiten der allumfassenden medialen Erreichbarkeit eine vergessene Kunst. Und während ich sehr wohl die Schönheit dieser globalen Gemeinschaft sehe, denke ich doch, dass es notwendig ist, sich regelmäßig von ihr zurückzuziehen.

Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist es, am Rand des Meeres in Stille zu sitzen ... zu kontemplieren ... zu gehen … allein mit meinen Gedanken. Alle Verbindungen in die Aussenwelt für einen Moment unterbrechen und einfach schreiben … Ruhe finden, indem ich einen guten Roman lese ... indem ich ein einsames Bad nehme.

Verstehe mich nicht falsch: Ich liebe es, mit meinen Liebsten zusammen zu sein.

Regionalesser machen’s besser

Lokalapfel

Lokal ist optimal       Foto © claudiarndt/photocase

Susan Albers

Die Herausgeber des Oxford English Dictionary erklärten 2007 locavore zum besten neuen Wort des Jahres. [Loca­vore ist eine an Pflanzenfresser, herbi­ vore, angelehnte Wortschöpfung; auf Deutsch hat es in etwa die Bedeutung„Regiona­lesser“.]

Ein locavore ist jemand, der regional angebaute Zutaten und Lebensmittel kauft.

Die Lebensmittel kommen direkt vom örtlichen Wochen­markt oder aus dem eigenen Garten. Produkte aus der Region schmecken oft besser und sind in der Regel frischer und gesünder. Und sie sind besser für unseren Planeten, da sie nicht mit Abgas produzierenden, Benzin fressenden Lastwagen über große Strecken befördert werden müssen. Erzeugnisse, die im Umkreis von hundertfünfzig Kilometern angebaut wurden, ersparen auch Transportkosten, so dass sie billiger sein können; und das Geld, das Sie für sie ausgeben, fließt direkt in die Wirtschaft der Region.

So ist das Kaufen von frischem Obst und Gemüse aus der eigenen Region ein Schritt, mit dem Sie dazu beitragen, für sich und die Welt eine achtsame Essumwelt zu schaffen.

Das einfache Leben praktizieren

Erin Doland

Neulich habe ich einen dreitägigen Workshop geleitet, der unter dem Motto „Die Praxis der Einfachheit“ stand. Als ich mich für den Titel der Veranstaltung entschied, habe ich das Wort „Praxis“ ganz bewusst gewählt.

Menschen, die ein einfaches Leben führen, betrachten sich selbst oft als Praktizierende. In dem Sinne, wie ein Arzt von sich behauptet, dass er als Mediziner „praktiziert“, mag ein Freund der Vereinfachung sagen, dass er Einfachheit praktiziert.

Und tatsächlich braucht ein einfaches Leben Praxis. Niemand geht in komplettem Chaos und Wirrwarr am Abend zu Bett und wacht am nächsten Morgen als Meister eines wohlgeordneten Wunderlandes auf. Wandel passiert nicht über Nacht, ihn zu erreichen und zu bewahren braucht auf jeden Fall Praxis.

Und doch ist Einfachheit an sich nicht der Sinn der Sache.

Die wahren Kosten der Dinge

Leo Babauta

Oftmals versuchen wir, weniger zu kaufen, weil wir einfach und maßvoll leben und Geld sparen wollen. Und da bin ich ganz und gar dafür.

Doch es gibt eine Menge mehr Gründe, wenig zu kaufen. Sehr viel mehr.

Die Kosten, die der Kauf eines Dings verursacht, kratzen nur an der Oberfläche. Wenn wir etwas kaufen, tragen wir es in unsere Wohnungen, in unsere Leben und wir lassen uns auf das Leben eines neuen Dings ein.

Das Leben eines Dings? Jetzt bist du aber verrückt geworden, Leo!

Um Furchtlosigkeit zu erleben, ist es notwendig, Angst zu haben

Das Wesen der Feigheit besteht darin, dass man die Tatsache der Angst verdrängt.

Angst nimmt viele Formen an.
Wir haben Angst vor dem Tod, wir haben Angst, mit den Anforderungen unseres Lebens nicht klarzukommen, und es gibt die jähe Angst oder Panik, wenn sich neue Situationen einstellen. Angst zeigt sich als Ruhelosigkeit: wie wir uns bewegen, wie wir reden, wie wir Nägel kauen, wie wir sinnlos die Hände in die Taschen stecken.

Wir müssen unsere Angst erkennen und uns mit ihr anfreunden.

Dieses Akzeptieren der Angst ist aber kein Grund zur Depression. Weil wir diese Angst haben, vermögen wir auch Furchtlosigkeit zu erfahren.

Ein System der vielfachen Geschwindigkeiten und Rhythmen

Lewis Mumford

Die grosse Meisterleistung der mittelalterlichen Techniken bestand darin, dass sie imstande waren, viele wichtige Veränderungen voranzutreiben und aufzunehmen, ohne das enorme Erbe von Erfindungen und Fertigkeiten früherer Kulturen zu verlieren.

Hierin liegt einer der Dreh- und Angelpunkte ihrer Überlegenheit über den modernen Modus der Monotechniken, die sich mit der Auslöschung der technischen Errungenschaften früherer Zeiten brüsten, so schnell und so weit wie möglich, obschon das Ergebnis, wie im Fall des Monotransports mithilfe von Motorfahrzeugen oder Düsenflugzeugen, weit weniger flexibel und weniger effizient sein mag, als das weitaus differenzierte System der vielfachen Geschwindigkeiten und Rhythmen das ihnen voranging.

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