Das Tao der Produktivität

Leo Babauta

Im Zeitalter digitaler Kommunikation sind wir geschäftiger denn je. Und doch scheinen wir in all dem Getöse und der Aufruhr kaum Zeit zu finden, klar zu schauen, was wichtig ist und darüber nachzudenken.

Um unseren Blick für diese Dinge zu schärfen, müssen wir unsere Vorstellung von Produktivität von Grund auf überdenken.

Unsere Gesellschaft ist von Produktivität geradezu besessen. Wie müssen "hart arbeiten", viele Stunden lang, um unsere Dinge geregelt zu kriegen, allzeit emsig und geschäftig; wir müssen To-Do-Listen anlegen, um sie dann wieder abzuhaken, wir müssen zahllose Projekte in Bewegung halten, die Gewinne steigern und einfach immer, immer mehr leisten. Aber wofür? Worum geht es in all dieser Besessenheit? Sie führt zu Burnout, Stress und Angst, zu einem unglücklichen Leben, zu Gier und Verwirrung und dazu, dass man für seine Familie, seine Freunde und sogar für sich selbst keine Zeit mehr hat.

Was würde passieren, wenn wir all das einfach über den Haufen werfen würden? Wenn wir sagen würden: "Ich möchte das tun, was mir wichtig ist, aber der Rest kann mir gestohlen bleiben?" Lasst uns in diesem Sinne ein neues Credo formulieren: Einfachheit, Bedeutung, Fokus, Stille und Freude. Lass uns schöne und nützliche Dinge tun – und zwar mit Freude.

Dankbarkeit und Leere

Meise
Christian Beisenherz

Dankbar bin ich für Vieles. Jeden Morgen erwache ich und bin leer. Dann öffne ich mich, mache mich bereit (als religiöser Mensch lasse ich Gottes Segen auf mich kommen) und dann lasse ich mich berühren und füllen - von Kleinigkeiten wie einer Meise vor dem Fenster, einem guten Kaffee oder auch von ganz Großartigem wie einem Lachen unserer Jungs oder einem Erlebnis mit meiner Frau.

Die Pause, von der alles Andere abhängt

Pause

Pause       Foto © Prato9x/flickr

Leo Babauta

Ich habe eine Gewohnheit entwickelt, die mein Leben verändert hat.

Die Pause.

Wenn wir Fehler machen, dann deshalb, weil wir ohne nachzudenken einem Drang folgen – wir merken es meist nicht einmal. Wir haben Lust Junkfood zu essen, und wir tun es. Wir haben den dringenden Wunsch, die Emails zu checken, statt ein Kapitel unseres Buches zu schreiben und deshalb öffnen wir die Inbox. Wir verspüren den inneren Drang zu rauchen, Alkohol zu trinken, Drogen zu nehmen, an unseren Fingernägeln zu kauen, ein Facebook-Spiel zu spielen, etwas aufzuschieben, eines der Fitnesstrainings auszulassen, mehr Pommes zu essen, zu kritisieren, aus Eifersucht oder Wut zu handeln, grob zu sein … und wir folgen diesem Drang.

Kopfkino

Schwer bepackt

Schwer bepackt       Foto © Arbor Verlag/Martin Armbruster

Dirk Henn

Eines meiner letzten Projekte im Arbor Verlag waren drei kleine Filmchen, die wir Ende letzten Jahres online veröffentlicht haben. Meinen Lieblingsfilm aus dieser Reihe möchte ich gerne heute mit euch teilen.

In Kopfkino geht es um das ganz und gar eigene Leben, das unsere Gedanken führen:

"Das mächtigste Kinoprogramm der Welt läuft in unseren Köpfen ab. Im Alltag merken wir zwar, dass in unserem Kopf viel los ist, aber wir verstehen nicht, was sich dort wirklich abspielt...“

10 wesentliche Dinge, von denen du vielleicht gar nicht weisst, dass sie dir gehören

(... und jedem anderen Menschen auf der Welt)

  1. Luft und Wasser
  1. Parks, Bibliotheken, Strassen und Fusswege
  1. Soziale Sicherungssysteme, der Wettervorhersage-Dienst, Schutz und Begleitung durch die Polizei und durch andere öffentliche Einrichtungen
  1. Naturschutzgebiete und Nationalparks
  1. Wikipedia und Open Source Software
  1. Tanzschritte und Modetrends
  1. Die biologische Vielfalt
  1. Die Bibel, das Neue Testament, der Koran, Zen Koans, die Upanishaden, Nordische Sagen und die Schöpfungsgeschichten vieler Naturvölker
  1. Blutbanken, Suppenküchen, Selbsthilfeorganisationen, Museen und andere bürgerschaftlichen Initiativen
  1. Die Ozeane, die Antarktis und der Weltraum

Buddhismus und Ökologie

Wir müssen kein Leben leben, das uns verkauft wird.
Wiir können die mutige Wahl treffen, einfach zu leben.

Ogyen Trinley Dorje, Karmapa VXII

Ich wurde in eine tibetische Nomanden-Familie geboren und verbrachte meine ersten Lebensjahre im wilden Ostteil von Tibet. Es war ein einfaches Leben und meine tägliche Freude bestand darin, zusammen mit meiner Lieblingsziege die nahen Berge zu erkunden. Ich war glücklich, ich konnte wilde Tiere wie das Große Tibetschaf und den Weißlippenhirsch sehen – ganz aus der Nähe – und manchmal sah ich Herden von tibetischen Wildeseln über das Weideland rennen.

Zuversicht ist bereits da

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang       Foto © -ape-/photocase

Chögyam Trungpa

Wenn wir Zuversicht entwickeln, ist es ähnlich, als ob wir der Sonne beim Aufgehen zuschauen. Zuerst wirkt sie schwach und kraftlos, und man fragt sich, ob sie es wohl schaffen wird. Dann strahlt und strahlt sie.

Zuversicht hat nichts mit Arroganz oder Stolz zu tun. Es ist ein natürlicher, sich entfaltender Prozess.

Es geht nicht darum, ob man Zuversicht benötigt oder nicht. Sie ist einfach da. Tatsächlich brauchen wir Zuversicht im Grunde nicht zu entwickeln. Es ist eher so, dass wir die Zuversicht, die bereits da ist, einfach anerkennen können.

Der Geldbörsenfreund

Federleicht

Federleicht       Foto © suze/photocase

Dirk Henn

Wir verbringen eine Menge Zeit damit, Dinge zu kaufen und geben dabei viel Geld aus. Das ist einer der Hauptgründe, warum wir so viel arbeiten: Damit wir uns all die Dinge auch leisten können.

Konsum übt einen gleich dreifachen Druck aus: Auf unser Leben, auf unser Portemonnaie und auf die Gesundheit unseres Planeten Erde.

Der wirkungsvollste Weg, diesen Stress zu reduzieren, besteht darin, einfach weniger zu kaufen.

Die andere Person ist nicht das Problem

Sackgasse

Sackgasse       Foto © AllzweckJack/photocase

Leo Babauta

Unglaublich oft machen wir andere Personen für unseren Frust verantwortlich – Tag für Tag.
Sie irritieren uns, machen die Dinge nicht in der richtigen Art und Weise, sie sind inkompetent, grob, gedankenlos, schlechte Autofahrer, zu langsam, können nicht hinter sich aufräumen, sie sind langweilig oder fahrlässig und sorglos.
Naja, wir werden ewig frustriert sein, wenn wir an dieser Geisteshaltung festhalten.
Wir werden immer wütend, angegriffen, verletzt und enttäuscht sein. Es wird kein Ende nehmen mit den Angriffen, die die Menschheit auf uns verübt – so lange wir entscheiden, dass alle anderen schief liegen, immerzu.

Sie sind nicht das Problem.

Das ist eine Lektion, die ich von Charlotte Joko Beck in ihrem Buch "Zen im Alltag" gelernt habe. Das Problem ist unsere Reaktion.
Die äußerliche Erscheinung (zum Beispiel ist jemand grob zu dir) kann sich immer ereignen, jeden Tag, oft sogar viele Male an einem Tag. Wir können andere nicht davon abhalten, grob zu sein – aber wir können ändern, wie wir darauf reagieren.

Zwei Winter später

Winterlicher Blick aus meinem Arbeitszimmer

Winterlicher Blick aus dem Zimmer       Foto © Dirk Henn

Dirk Henn

Zwei Jahre lang habe ich eine Pause eingelegt. Und in all der Zeit erreichten mich immer wieder Mails, die mich ermunterten wieder loszulegen. Danke euch dafür!

52 Wege sind ein Projekt, das ich von Herzen betrieben habe und auch nur in dieser Form betreiben kann und will. In den allwöchentlichen Beiträgen steckt eine große Menge Arbeit, viele Stunden, Woche für Woche. Das hat mich davor zurückschrecken lassen es erneut mit ihnen aufzunehmen und mich an die Arbeit heranzuwagen.

Inhalt abgleichen

Back to top