Jeden Moment verbessern

Leo Babauta

Ich spreche mich sehr dafür aus, dass wir langsamer werden, unser Leben vereinfachen, weniger tun und nicht so beschäftigt sind … aber was ist, wenn wir in einer Situation sind, in der das nicht möglich ist?
Was tun wir, wenn wir in unserem Leben nicht weniger beschäftigt sein können – sind wir dann dazu verurteilt, ein Leben in Angst und Unglück zu leben?
Nein. Ich werde ein ganz einfaches Werkzeug mit dir teilen, das vielleicht wirklich dein Leben transformiert. Es ist etwas, das ich in den letzten Monaten ausprobiert habe und ich kann bestätigen, dass es hervorragend funktioniert.
Diese einfache Methode wird dir helfen:

• Präsenter zu sein, damit das Leben nicht an dir vorbeirauscht, ohne dass du es merkst.
• Größere Freude in jeder Aktivität zu erfahren, wodurch das Leben in jeder Situation besser wird.
• Dich entspannter zu fühlen, sodass jeder Tag wie ein Urlaubstag wird.
• Bereit zu sein, mit allem, was dir in den Weg kommt, klarzukommen.

Nicht schlecht für eine einfache Methode, oder? Legen wir also los.

Beschäftigt versus entspannt

Normalerweise haben wir im Leben zwei verschiedene Stimmungen. Einerseits die Geschäftigkeit des Alltags und dann gibt es die entspannte Stimmung, in die wir kommen, wenn wir Freizeit haben: ein Urlaub, ein Tag am Strand, ein Sauna-Besuch, etwas Zeit mit den Kindern im Park.

Im entspannten Modus denken wir vielleicht weniger und fühlen mehr. Wir saugen einfach die Sonne, die Klänge, die Körperempfindungen in uns auf. Es ist wie in der Kindheit – eine Stimmung, in der sich kleine Kinder die meiste Zeit befinden. Wir tun unser Bestes, die Kinder so zu trainieren, dass sie nicht mehr so sind, damit sie, wenn sie erwachsen sind, gute Arbeiter sind und unseren Wirtschaftsherren dienen können.

Wir lernen also beim Erwachsen werden die meiste Zeit der Woche im beschäftigten Modus zu sein, und wenn wir Glück haben, bekommen wir einen Tag oder zwei Tage oder auch nur eine Stunde oder zwei Stunden im entspannten Modus. Wenn wir im Internet versinken, haben wir weniger Zeit im entspannten Modus, weil uns das Internet in unserem Verstand festhält, und wir vergessen die Welt um uns herum.

Wie können wir das ändern? Wir können wir den kindlichen, entspannten, sinnlichen Modus wieder in unseren Alltag zurückbringen, nicht nur in den Pausen oder wenn wir Meditation oder Yoga üben oder im Urlaub sind?

Es ist nicht so schwer, wenn du es übst.

Der Zen-Zustand

Wenn wir im entspannten Modus sind, spüren wir die Empfindungen des Windes und der Sonne, die Klänge des Wassers und des Lachens, die strahlenden Farben der Natur, das Lächeln in den Gesichtern um uns, das Grass oder den Sand zwischen unseren Zehen. Wir denken nicht, wir fühlen. Die Empfindungen unseres Körpers strömen in unseren Geist, und das entspannt uns und macht uns glücklich.

Mit Übung können wir diesen Modus des Seins wieder lernen. Tu es jetzt. Du liest diese Worte auf einem Computer oder einem Handy, dein Verstand ist also in der Welt des Internet … aber dein Körper ist in der natürlichen Welt. Wenn du sitzt, kann dein Gesäß den Stuhl spüren. Dein Rücken ist vielleicht etwas gebeugt. Deine Finger sind auf einer Tastatur oder auf der Maus. Ist die Luft warm oder kalt? Gibt es Klänge, die du bemerkst? Ist dein Kiefer angespannt? Achte auf deinen Atem.

Wenn du deinen Fokus auf Körperempfindungen richtest, dann trittst du in den Entspannungsmodus ein und verlässt den Denkmodus. Du musst nicht vollkommen entspannt sein, aber du bist im gleichen Geisteszustand, wie in den Zeiten, wenn du entspannt bist, wie beim Yoga, am Strand oder an einem Sonntag, den du faul im Bett verbringst.

Wenn du lernst, das zu tun, kannst du es jederzeit. In der Tat, du kannst es immer.

Wenn du duschst, spüre das Wasser auf deiner Haut, sauge die Temperatur und den Klang des fließenden Wassers in dich auf. Wenn du isst, schmecke jede kleine Nuance der Mahlzeit, rieche das Essen, spüre die Konsistenz des Essens in deinem Mund, spüre die Bewegung deiner Hand, wenn sie zum Mund geht.

Beachte das bei der Arbeit, wenn du telefonierst, auf Emails antwortest, zu einem Meeting gehst oder zu einer Verabredung fährst. Achte auf die Empfindungen auf deiner Haut, die Farben um dich herum, die Klänge der Menschen, das Kommen und Gehen des Atems. Tu es zu Hause, wenn du etwas erledigst, das Essen vorbereitest, sauber machst oder dich auf die Arbeit vorbereitest. Beachte das den ganzen Tag über und du wirst in einem andauernden Zustand von Entspannung und Freude sein.

Wenn du das beachtest, wird alles, was du tust, transformiert werden. Dadurch wird Geschäftigkeit zu Präsenz und Hast zu Freude.

Das Leben wird gelebt, statt ignoriert.

Dieser Artikel stammt von Leo Babauta, er wurde erstmals auf seiner Website zenhabits.net unter dem Titel Improve Every Moment veröffentlicht. Sein täglicher (englischsprachiger) Newsletter bietet eine Vielzahl von wertvollen Anregungen.

Kommentare

Jeden Moment verbessern

Das....... ist Zen. Seitdem ich -seit ca. 20 Jahren- versuche, nach diesen Prizipien, Wahrheiten,Ideen oder wie immer wir es nennen wollen, zu leben, hat sich mein Leben von Tag zu Tag "verbessert". Ich habe gute Freunde, ich empfange Hilfe, auch wenn ich sie manchmal gar nicht erwarte, mein Leben ist im Kleinen schöner und lebenswerter als im Großen (ich habe mal einen Vorstandsposten angestrebt und war dabei recht unglücklich).
Ich kann die kleinen, die wahren Dinge des Lebens genießen, ich habe gelernt, zu entspannen (Zen, Qi Gong, Tai chi als Lebensweg und -eigene- Lebensphilosophie), ich kann diese Freuden mit Menschen, die mir wichtig sind, teilen und das verstehe ich dann unter Zen.
"Jeder Tag ist ein guter Tag" Ja, jede Minute,jede Sekunde ist gut, wenn ich versuche, mich auf den Augenblick zu konzentrieren und das noch möglichst ohne zu werten, die Dinge einfach so sehen, wie sie sind- das ist schwer und leicht zugleich, aber darüber könnte man wahrscheinlich auch schon wieder lange diskutieren.
Ich danke euch für die Beachtung meiner Zeilen und wünsche allen einen GUTEN Tag.

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